Pachtvertrag besteht weiter

Keine Mängel an Schliefanlage erkannt

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Der BUND-Kreisverband fordert weiter die Schließung der Schliefanlage, in der Füchse zur Ausbildung von Jagdhunden gehalten werden. Der Fachdienst Veterinärwesen des Landkreises ist nach einer Prüfung allerdings zu dem Schluss gekommen, dass die Anlage ge

Frankenberg - Die Schliefanlage zur Ausbildung von Jagdhunden am Rande des Frankenberger Wildparks erregt weiter die Gemüter: vor allem innerhalb des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND). Inzwischen hat sich der Kreis eingeschaltet. Nach einer Überprüfung kommt das Veterinäramt zum dem Fazit: „Alles in Ordnung.“

Die Schliefanlage am Wildpark darf weiter betrieben werden. Die Stadt teilte dem BUND mit, dass nach „Überprüfung des Fachdienstes Veterinärwesen keine Veranlassung besteht, den Pachtvertrag mit dem Deutschen Jagdterrier-Club zu lösen, da keine Mängel festgestellt wurden.“ Dieses Versprechen hatten BUND-Vertreter dem Bürgermeister in seiner ersten Woche nach Amtsantritt abverlangt. „Ich werde mich der Sache annehmen und alles noch einmal prüfen“, hatte Heß damals jedoch erklärt. Der Pachtvertrag mit der AG Nordhessen im Deutschen Jagdterrier-Club läuft noch 20 Jahre.

Bettina Elsner vom Veterinäramt bestätigte auf WLZ-FZ-Anfrage das Untersuchungsergebnis. Das Gießener Verwaltungsgericht habe 2001 definiert, wie solche Anlagen auszusehen hätten, sagte die Leiterin des Fachdienstes. „Und diesen Forderungen kommt der Terrierverband eindeutig nach.“ Insofern habe es keine Beanstandungsgründe gegeben. Sie stünde allerdings mit den Pächtern über eine freiwillige Vergrößerung der Anlage in Gesprächen.

Seit 2011 kämpft der BUND für die Schließung der Schliefanlage, in der seit 2004 zwei Füchse gehalten werden. Sie ist eine von vier Anlagen in Hessen, in der Jagdterrier für die Baujagd ausgebildet werden. Das Hessische Jagdgesetz schreibt eine Eignungsprüfung in einer solchen Einrichtung vor. Vor 2004 waren Schliefanlage in Hessen zehn Jahre lang verboten. Doch schon davor wurde in Frankenberg eine Anlage unterhalten.

Mit einer groß angelegten Unterschriftensammlung und einem Ortstermin mit Bürgermeister Rüdiger Heß am 6. April wollte der BUND-Kreisverband um die Vorsitzende Viola Wagner die Schließung der Schliefanlage erreichen (FZ berichtete ausführlich). Nach Angaben des Verbandes haben auch Landrat Dr. Reinhard Kubat und Vertreter des Nationalparks die Liste unterzeichnet.

Nach dem Schreiben aus dem Stadthaus fährt der BUND in einer gestern verbreiteten Erklärung scharfe Geschütze gegen den Bürgermeister auf. Man sei fassungslos über dieses Maß an Ignoranz. Heß entziehe sich seiner Verantwortung. „Wir sind enttäuscht und empört, wie Heß dieses Problem vom Tisch wischt, unsere und Proteste seiner Bürger ignoriert und dass sich nicht einer der Stadträte den BUND-Positionen nach Abschaffung dieser auf dem Papier ,gesetzeskonformen Anlage‘ anschließen mag“, erklärt Kreisvorsitzende Viola Wagner. „Das Befinden der Wildtiere, es handelt sich schließlich um Lebewesen in Obhut der Stadt oder des Wilparks, sind den Stadtvätern von Frankenberg schlicht egal“, unterstellt die Vorsitzende. In dem Schreiben bezichtigt der BUND die Stadt und den Wildparkverein, „unter ihrem Deckmantel die Tierquälereien des Jagdterrier-Clubs zu fördern“.

Kritisiert wird vom BUND zudem die Nähe der Anlage zum Kinderspielplatz am Spechtturm im Wildpark. „Wie sollen Kinder der familienfreundlichen Stadt Frankenberg für die Bedürfnisse von Wildtieren sensibilisiert werden, wenn diese in einem stinkenden Zwinger zur Schau gestellt werden?“

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