Verbesserung der Hilfsfrist durch mehr Rettungswagen

Keine Rettungswache für Rosenthal

Drei weitere Rettungswagen sollen ab 2015 im Landkreis unterwegs sein. Davon erhofft der Rosenthaler VdK sich eine bessere Versorgung der Bürger im Notfall.Foto: Archiv

Rosenthal - Die Hilfsfrist von zehn Minuten wird in Rosenthal, Willershausen und Roda laut dem VdK-Vorsitzenden Dieter Wegener nicht erreicht. Daher hatte der VdK zu Beginn des Jahres eine Rettungswache für Rosenthal gefordert - denn durch den Wegfall des ärztlichen Bereitschaftsdienstes sei die medizinische Versorgung im Notfall in Rosenthal erheblich schlechter geworden. "Wir hatten eine komfortable Situation. Nun sind wir Schlusslicht, was den Rettungsdienst und die ärztliche Bereitschaft betrifft", sagte Dieter Wegener im Gespräch mit der FZ.

Laut dem Kreisbeigeordneten Jens Deutschendorf werden zum Anfang des neuen Jahres drei neue Rettungsfahrzeuge samt Besatzung beschafft. Dadurch sollen die Hilfsfristen im gesamten Landkreis verbessert werden. Deutschendorf berichtete, dass die Entscheidung in allen Gremien gefallen sind und die Rettungsdienste derzeit mit der Umsetzung beauftragt seien. Die Fahrzeuge werden in Adorf, Arolsen und Frankenberg stationiert, werden von dort aus zu ihren Einsätzen unterwegs sein, wie etwa zu Krankentransporten. Außerdem werden die jeweiligen Bereitschaftszeiten aller 16 Rettungwagen verlängert. Mit den neuen Fahrzeugen sollen die „Duplizitätsfälle“ vermindert werden - das bedeutet, das benötige, nahe Rettungsfahrzeug ist bereits im Einsatz und zu einem weiteren Einsatz muss ein Fahrzeug aus größerer Entfernung kommen.

„Für uns ist das zunächst ein guter Kompromiss“, sagte Wegener. Er berichtete, dass auch die zweite Hilfsfrist innerhalb von 15 Minuten, die in 95 Prozent aller Fälle eingehalten werden sollte, in Rosenthal nicht eingehalten werde. Die Quote von 95 Prozent bezieht sich auf den gesamten Landkreis und nicht auf eine jeweilige Kommune. Der Rosenthaler VdK möchte diese Frist allerdings auch gerne in Rosenthal und den Stadtteilen erreicht sehen. „Derzeit ist der Rettungsdienst nur in 75 Prozent aller Fälle innerhalb von 15 Minuten da“, beklagte er. „Die Hilfsfrist wird nicht erreicht und wir vom VdK sehen auch ein, dass sie zunächst nicht erreicht werden kann.“ Dennoch arbeite der Verein auf eine Verbesserung der Situation hin. Das will laut Deutschendorf auch der Landkreis: „Wir sind in der Verantwortung und wollen die Fälle, in denen die Hilfsfrist nicht eingehalten wird, reduzieren.“

Laut Wegener habe sich die Zahl der Rettungseinsätze seit der Abschaffung des ärztlichen Bereitschaftsdiensts in Rosenthal fast verdoppelt - auf bisher 70 Einsätze in 2014. „Mit ist klar, dass es nicht in Ordnung sein kann für 70 Fälle eine Rettungswache in Rosenthal zu bauen“, sagte Wegener. Das wäre zu teuer. Daher wolle der VdK zunächst beobachten, ob durch die drei neuen Rettungwagen die Hilfsfrist für Rosenthal verbessert wird. „Wir behalten das im Auge. Denn es ist klar, dass die derzeitigen Rettungszeiten nicht so bleiben können.“

Wegener berichtete, dass Deutschendorf gemeinsam mit Rosenthals Bürgermeister Hans Waßmuth und mit Wegener einen Termin bei der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) machen und die Situation besprechen will. Wegener hatte bereits an das Sozialministerium geschrieben - dieses riet sowohl der KV, als auch den Kommunalpolitikern dazu, Probleme zu besprechen und dabei die örtlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. „Wir wollen Möglichkeiten abklopfen, ob man in Rosenthal nicht die Ärzte vor Ort wieder einbinden kann, denn die Menschen sind unzufrieden“, sagte Deutschendorf.

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