Schnelles Internet für jeden: Keine Zwei-Klassen-Gesellschaft

Es ging um die schnelle Internet-Versorgung in Waldeck-Frankenberg: (von links) Kathrin Laurier (Breitband Nordhessen), Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke, Uwe Wacker (Sektionssprecher des Wirtschaftsrates), Firmenchef Thomas Schmidt vom Frankenberger Mercedes-Fahrzeughaus und Frank Richter, Geschäftsführer der Netcom Kassel. Foto: Hoffmeister

Waldeck-Frankenberg. 250 Millionen Euro wollen die fünf nordhessischen Landkreise in den Ausbau des schnellen Internets investieren. Der Wirtschaftsrat Hessen informierte in Frankenberg.

„Wir wollen keine Zwei-Klassen-Gesellschaft, sondern einen Highspeed-Anschluss auch für das letzte Dorf in Nordhessen.“ Das betonte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke bei einer Informationsveranstaltung des Wirtschaftsrates Hessen, Sektion Waldeck-Frankenberg, zur Internet-Breitbandversorgung. „Die Zeiten ändern sich rasant. Man braucht heute die Internetfähigkeit. Dafür müssen wir als Staat die Voraussetzungen schaffen.“

250 Millionen Euro wollen die fünf nordhessischen Landkreise in den nächsten Jahren in den Ausbau des schnellen Internets investieren. „Das Land Hessen ist mit einer Bürgschaft von 143 Millionen Euro dabei“, sagte Dr. Lübcke. Es gelte die Vorgabe der Bundesregierung, bis zum Jahr 2018 flächendeckend mindestens eine Übertragungsgeschwindigkeit von 50 Mbits pro Sekunde zu gewährleisten, erklärte der Sektionssprecher des Wirtschaftsrates, Uwe Wacker, in seinem Eingangsstatement. Schnelles Internet sei eine „echte Chance für den ländlichen Raum“, weil Hochtechnologie sich nicht zwingend in den Ballungsräumen ansiedeln müsse, wenn Highspeed-Datenleitungen bis in den ländlichen Raum reichten.

„Breitband-Versorgung ist ein wichtiger Standort-Faktor . Sie kann Familien dazu bewegen, sich eine neue Heimat zu suchen“, betonte Wacker.

„Wir haben bereits bis zu 150 Mbits pro Sekunde“, sagte der Frankenberger Bürgermeister Rüdiger Heß. Unterversorgt seien bisher lediglich die Frankenberger Ortsteile Haubern und Dörnholzhausen sowie die Walddörfer Wangershausen, Hommershausen und Rengershausen.

Welche technischen Möglichkeiten das schnelle Internet bietet und wie die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, darüber informierten Kathrin Laurier, Geschäftsführerin der Breitband Nordhessen GmbH, und Frank Richter von der Firma Netcom Kassel.

Wichtig für die Übertragungsgeschwindigkeit sind laut Richter die „Erschließungsszenarien“. Überregional wird Glasfaserkabel verlegt. Das letzte Stück bis zum Verbraucher wird jedoch über Kupferkabel überbrückt. Im Gegensatz zu Glasfaser ist die Übertragungsrate beim Kupfer begrenzt. Man unterscheidet, ob das Glasfaser bis zum nächsten grauen Anschlusskasten, bis zum Hausanschluss oder direkt bis zum Teilnehmer reicht. Die Anforderungen ändern sich laut Richter etwa alle zwei Jahre. „Was der Rechner hergibt, muss die Leitung bringen“, so der Netcom-Geschäftsführer. Auf ein Glasfaserkabel könne man „unendlich viele Daten packen“.

„Wir sind in der Endrunde“, sagte Geschäftsführerin Kathrin Laurier mit Blick auf den Glasfaser-Ausbau in den fünf nordhessischen Landkreisen. Nach der europaweiten Ausschreibung könnten voraussichtlich im Frühjahr 2016 die Arbeiten beginnen.

Abschließend stellte Gastgeber Thomas Schmidt das Frankenberger Mercedes-Autohaus vor und lud die Besucher zu einem Imbiss ein.

Quelle: HNA

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