Angebot für Jungen und Mädchen, die von Trennung der Eltern betroffen sind

Die Kinder kommen gern

Gruppenregeln und Gefühlskärtchen für Kinder, die von Trennung und Scheidung betroffen sind: Unser Bild zeigt von links Erziehering Ute von der Heiden, den angehenden Sozialarbeiter Timo Hofmann, Bürgermeister Claus Junghenn, Jennifer Seipp vom Lokalen Bündnis für Familie in Allendorf und Sozialpädagogin Agnes Protz (Diakonisches Werk Biedenkopf-Gladenbach). Foto: Hoffmeister

Allendorf-Eder. Gut angelaufen ist die Betreuungsarbeit von Kindern, die von Trennung und Scheidung der Eltern betroffen sind, in Allendorf. Immer donnerstags zwischen 15 und 16.30 Uhr treffen sich acht Kinder im Alter zwischen sieben und zehn Jahren in der Allendorfer Kita „Die Linspherfische“. Mit Sozialpädagogin Agnes Protz, dem angehenden Sozialarbeiter Timo Hofmann sowie der Erzieherin Ute von der Heiden können die Kinder ganz offen über ihre Familiensituation sprechen.

Über das Lokale Bündnis für Familie trägt die Gemeinde Allendorf die Kosten von 5000 Euro.

Abend für Väter geplant

„Die Kinder kommen gern.“ Das war für Sozialpädagogin Agnes Protz die wichtigste Botschaft eines Elternabends, der kürzlich mit fünf Müttern stattgefunden hat. In Kürze soll ein Abend für Väter folgen. „Wir wälzen nicht nur Probleme. Es gibt auch Spiele und Spaß für die Kinder“, berichtet Agnes Protz.

Mit „Gefühlskärtchen“ – Gesichtern, die mal fröhlich, mal traurig, mal nachdenklich schauen – können die Kinder etwas über ihre Empfindungen erzählen. „Die meisten Kinder erleben die Trennung der Eltern, wenn sie zwischen drei und 13 Jahren alt sind. Also in einem ganz sensiblen Alter“, berichtet Agnes Protz. In der Gruppe, die sich immer donnerstags in Allendorf drei Jungen und fünf Mädchen treffen, stellen die Kinder fest, dass sie nicht allein mit ihren Sorgen sind; dass es andere Kinder gibt, denen es ganz genauso geht.

„Wir hatten einige Anlaufschwierigkeiten. Aber jetzt läuft es so gut, dass sich die Eltern wünschen, dass dieses Angebot nicht nach zwölf Sitzungen aufhört“, berichtet Agnes Protz. Die Eltern hätten deshalb bereits einen Brief an das Kreis-Jugendamt geschrieben.

„Ich stand dieser Gruppe von Anfang an positiv gegenüber“, sagte der Allendorfer Bürgermeister Claus Junghenn. Auch das lokale Bündnis für Familie habe das Angebot für Scheidungskinder als förderungswürdig angesehen und dem Gemeindevorstand empfohlen, für dieses Jahr 5000 Euro bereit zu stellen. Ob die Gemeinde im kommenden Jahr noch einmal die gleiche Summe für diesen Zweck aufbringen könne, ließ der Bürgermeister offen. „Eventuell müssen wir noch den einen oder anderen Co-Finanzier mit dazu kriegen“, so Junghenn.

Schon jetzt engagieren sich die Sparkasse Battenberg, die Frankenberger Bank, das Hessische Sozialministerium und das Frankenberger Amtsgericht über Bußgelder finanziell für die Betreuung der Allendorfer Scheidungskinder.

Im Frühjahr 2012 soll es ein Angebot für Vorschulkinder geben. Dafür sind bereits jetzt Anmeldungen möglich. (off)

Hintergrund

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare