Frohnhausen/Laisa:

Kindergärten sollen zusammengeführt werden

- Battenberg-Frohnhausen/Laisa. Die kirchlichen Kindergärten Laisa und Frohnhausen sollen zu einer Tagesstätte zusammengeführt werden. Diesen Vorschlag wollen die Kirchengemeinden und Ortsbeiräte der Stadt unterbreiten.

Das Konzept, das in einem Treffen der Kirchenvorstände und Ortsbeiräte erarbeitet wurde, sieht die Schließung der Einrichtung in Frohnhausen vor. Die Kinder des Dorfs sollen künftig die Tagesstätte in Laisa besuchen. Dort, so der Vorschlag, können durch eine Erweiterung auch Kinder betreut werden, die unter drei Jahre alt sind. Die Zustimmung zum Konzept muss das Stadtparlament erteilen.

Im vergangenen Jahr war im Haupt- und Finanzsausschuss eine Entscheidung über die städtische Kindergartenkonzeption vertagt worden, weil sich erst die Kirchengemeinden gemeinsam Gedanken machen wollten – was jetzt geschehen ist. Ihr Vorschlag deckt sich mit dem Konzept, das der Magistrat mit Bürgermeister Heinfried Horsel favorisiert: Die Schließung des Frohnhäuser Kindergartens und die Erweiterung der Laisaer Tagesstätte um eine Gruppe für Kleinkinder.

„Ein eingruppiger Kindergarten ist nicht mehr konkurrenzfähig“, sagte Laisas Pfarrer Stefan Peter gegenüber der FZ. Das habe eine Fachberaterin der Kirche während einer Sitzung verdeutlicht. Die Zusammenlegung beider Tagesstätten ist „die einzige realistische Chance“. Es solle „eine Kita im Dorf und für die Dörfer“ sein: „Der Kindergarten soll in die Dörfer hineinwirken“, verdeutlichte Peter.

Er sieht vor allem in der geplanten U3-Betreuung eine Chance. „Das ist für die Attraktivität wichtig, und nur so bleibt der Kindergarten konkurrenzfähig“, sagte Peter.

Das Konzept werde von Kirche, Ortsbeirat und Kindergartenausschuss ebenso mitgetragen wie von den Frohnhäusern Eltern. „Wir sind uns einig“, erläuterte der Laisaer Pfarrer. Es seien harmonische Treffen mit einvernehmlichen Lösungen gewesen. Geplant ist, Frohnhausen weiter einzubeziehen.

Dort könnten auch in Zukunft Kindergartenfeste oder Familiengottesdienste stattfinden. Auch Berghofen solle eingebunden werden. Berghöfer Kinder besuchten in den vergangenen Jahren die Tagesstätte in Frohnhausen, mittlerweile gehen sie nach Battenberg. „Gerade für die kleinen Ortsteile soll ein attraktives Kita-Angebot gemacht werden, das auch in die Ortsteile hineinwirkt“, sagte Peter.

Angestrebt wird eine langfristige Vereinbarung zwischen der Stadt Battenberg und den Kirchengemeinden Laisa und Frohnhausen über die Kindertagesbetreuung in Laisa. „Wir wollen verstärkt auf eine breite Unterstützung der Arbeit der Kita im Dorf setzen und sowohl ideelle als auch personelle und finanzielle Unterstützer gewinnen“, heißt es im Vorentwurf des Konzepts.

Auch die Kirchenvorstände sagen ihre Unterstützung zu, Verantwortung für den Kindergarten wahrzunehmen – in Laisa ebenso wie in Frohnhausen. Die kirchliche Trägerschaft soll erhalten bleiben. Stefan Peter sieht den geplanten Zusammenschluss positiv: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit der beiden Kirchenvorstände, der Ortsbeiräte, der städtischen Gremien und der Einwohner der kleinen Ortsteile bei der Umsetzung des Vorhabens und sehen der Zukunft der Kita im Dorf erwartungsvoll entgegen.“

Wehmütig sieht Frohnhausens Ortsvorsteher Bernd Strieder das wohl besiegelte Ende des Kindergartens. „Uns bleibt nichts anderes übrig – es fehlen die Kinder“, sagte er. Derzeit besuchen 16 Mädchen und Jungen die Tagesstätte, zwei davon kommen aus Oberasphe. Die vorgeschlagene Kooperation trage dazu bei, dass Frohnhausen weiter Einfluss behalte. „Beide Dörfer sind ähnlich strukturiert. Ich sehe Potenziale für eine gute, gedeihliche Zusammenarbeit und ein gegenseitiges Geben und Nehmen“, sagte Strieder.

Allerdings schmerze die Schließung. Es sei eine der letzten Institutionen: „Danach bleibt nur noch die Kirche.“ Er versteht aber auch, dass eingruppige Kindergärten in Battenberg keine Zukunft mehr haben. „Man muss sich mit Wehmut von einem Modell verabschieden, das 42 Jahre lang gut funktioniert hat“, spielte er auf das Alter des Kindergartens an.

Die Erzieherinnen sollen weiterbeschäftigt werden, wünschen sich Kirchengemeinden und Ortsbeiräte. Noch keine Gedanken haben sie sich über die Zukunft des Kindergartengebäudes in Frohnhausen gemacht. Es war in den vergangenen Jahren immer wieder modernisiert und erweitert worden, zum Teil mit erheblichen Eigenleistungen von Frohnhäusern. „Da ist es schade drum“, sagte Strieder über das Haus.

Bürgermeister Heinfried Horsel bewertete das Ergebnis der Gespräche positiv. Allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass die Entscheidung noch verzögert wird, um abzuwarten, wie sich die Kinderzahlen in Battenberg und allen Stadtteilen weiter entwickeln – sie waren in den vergangenen Jahren stetig gesunken. Ein Antrag auf Zuschüsse für eine Erweiterung im Rahmen der U3-Betreuung in Laisa könnte auch noch im nächsten Jahr gestellt werden.

Die Entscheidung darüber liege bei den Ausschüssen. Die werden sich noch vor der Sommerpause mit dem Thema befassen.

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