Haina

Kindergartenanbau kommt trotz deutlich gestiegenen Haushalts-Defizits

- Haina-Löhlbach. Spätestens 2013 muss auch Haina Kindergartenbetreuung für unter dreijährige Kinder anbieten. Einstimmig beschlossen die Gemeindevertreter, dies frühzeitig voranzutreiben – vor allem, weil dies fast zum Nulltarif geschehen könnte.

Haina-Löhlbach. Auf der großen Leinwand im Löhlbacher Bürgerhaus waren sie schon fertig, die neuen Räume der Kindertagesstätten in Haina und Löhlbach. Dank moderner Planungssoftware konnten die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung einen virtuellen Rundgang unternehmen, als Werner Sachs und Mitarbeiter Andreas Rink vom zuständigen Ingenieurbüro aus Gemünden die Pläne für eine mögliche Erweiterung der beiden Kindergärten vorstellten. Mit jeweils einem Anbau und weiteren räumlichen Veränderungen sollen die Kitas der Gemeinde in den kommenden Monaten dafür gerüstet werden, auch Jungen und Mädchen unter drei Jahren aufzunehmen, worüber die Parlamentarier umfangreich informiert wurden. Für 30 Prozent der unter Dreijährigen müssen laut Gesetz bis 2013 Betreuungsangebote geschaffen werden, erklärte Bürgermeister Rudolf Backhaus. Und das Parlament brachte die geplanten Arbeiten auf den Weg. Geschlossen mit Ja gaben die Abgeordneten der vier Fraktionen dem Beschluss, die Erweiterung umzusetzen, ihre Zustimmung. Dass die Gemeinde in Zukunft die Kosten für weitere Fachkräfte stemmen muss, war den Parlamentariern bewusst. Dennoch war man sich einig – vor allem wegen der Aussicht auf eine wohl einmalig hohe Bezuschussung. Im Rahmen eines entsprechenden Investitionsprogramms aus Bundesmitteln würde die Gemeinde 15 000 Euro pro neu geschaffenen Kindergartenplatz bekommen. Bei geschätzten Kosten von rund 392 000 Euro (Löhlbach) und 345 000 Euro (Haina) könnten mindestens 90 Prozent der Kosten gedeckt werden, so Bürgermeister Backhaus.

Um große Summen ginbg es auch bei der Einbringung des Nachtragshaushalts 2009, bei dem, so Bürgermeister Backhaus, nach dem noch ausgeglichenen Haushalt von 2008 die Wirtschaftskrise und die damit verbundenen Veränderungen nun Spuren hinterlassen haben. Um satte 420 000 Euro steigt das Defizit im Haushaltsjahr 2009, das damit 804 000 Euro beträgt. Backhaus nannte einige markante Zahlen als Beleg für den Anstieg des Defizits nannte. So seien beispielsweise die Einnahmen durch Gewerbesteuer um 170 000 Euro gesunken, der Einkommensteueranteil habe sich um 90 000 Euro verringert. Aber auch große Projekt in der Gemeinde führten zur finanziellen Negativentwicklung: Gelder für die Anschaffungen und Projekte des Konjunkturprogramms, aber auch die plötzlich notwendig gewordene Sanierung der Straßen-Stützmauer in Löhlbach nannte Backhaus als Beispiel. So musste das Defizit von ursprünglich rund 383 000 Euro erheblich korrigiert werden.

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