Kein „Kernpädophiler"

Kinderpornografie: Lehrer erneut zu Geldstrafe verurteilt

Frankenberger Land. Das Amtsgericht Frankenberg hat am Freitagabend einen 48-jährigen Lehrer aus dem Frankenberger Land wegen des Verschaffens und des Besitzes von kinderpornografischen Schriften aus dem Internet zu einer Geldstrafe von 1500 Euro verurteilt.

Die Taten ereigneten sich im Zeitraum zwischen 2004 und 2006. Seine beiden PCs wurden eingezogen. Ein Gutachter hatte auf ihnen kinderpornografisches Material sowie einschlägige Suchbegriffe nach solchen Internetseiten festgestellt.

Bereits im Mai war der Lehrer in einem Folgeverfahren zu 180 Tagessätzen à 30 Euro verurteilt worden. Gegen beide Urteile legte er Berufung ein.

Der Lehrer ist seit 2009 vom Dienst suspendiert, erhält aber weiterhin seine Bezüge.

Die Staatsanwältin hatte am Freitag in der achtstündigen Verhandlung 100 Tagessätze zu 30 Euro gefordert.

Es seien keine schweren Delikte, hatte sie eingeräumt. Der Angeklagte sei auch kein „Kernpädophiler“. Seine Suche im Internet insbesondere nach jungen Mädchen zeige aber, dass er pädophile Neigungen habe.

Der Lehrer habe viermal gezielt kinderpornografische Seiten aufgerufen. Das alleine sei strafbar - selbst wenn er sich die Bilder nicht angesehen haben sollte. Zudem wurden auf seinen Computern 133 kinderpornografische Bilder gefunden, allerdings im Cache, einem Zwischenspeicher.

Der Angeklagte gab an, als Computer-Laie vom Vorhandensein dieser Bilder nichts gewusst zu haben. Sein Anwalt plädierte auf Freispruch. Der Tatnachweis sei nicht erfüllt.

Wie im Mai kündigte der Lehrer direkt nach der Verhandlung an, Berufung einzulegen. (mab)

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Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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