Frankenberg

Kinderpornos besessen

- Frankenberg (jos). Weil die Polizei auf einem mobilen Datenträger in seiner Wohnung vier Fotodateien mit kinderpornografischen Inhalten gefunden hat, stand ein 24-jähriger Frankenberger am Dienstag vor Gericht.

In einer Absprache einigten sich Staatsanwaltschaft, Verteidiger und Richterin Andrea Hülshorst allerdings bereits vor der Verhandlung darauf, dass das Verfahren gegen eine Auflage vorläufig eingestellt wird: Der Angeklagte muss 60 Sozialstunden leisten. Wie der Angeklagte vor Gericht zugab, hatten sich die Bilder auf einem mobilen Datenträger befunden. Er habe die Fotos im Jahr 2005 von einem Kumpel kopiert, erklärte der 24-Jährige.

Gutachter, die die Daten ausgewertet haben, bestätigten, dass die Bilder vermutlich nicht aus dem Internet geladen, sondern tatsächlich von einem anderen Datenträger kopiert worden waren – gemeinsam mit zahlreichen weiteren Pornos, die allerdings als legal gelten.

Der Vertreter der Staatsanwaltschaft betonte: „Nur weil wir nicht ausschließen können, dass er die Kinderpornos unbeabsichtigt mit kopiert hat, kommt die Einstellung des Verfahrens infrage.“ Wer Kinderpornos besitzt oder verbreitet, müsse in der Regel immer mindestens mit einer Freiheitsstrafe zur Bewährung rechnen.

Auch Richterin Hülshorst betonte: „Bei diesem Thema verstehen wir keinen Spaß.“ Oft werde vergessen, dass hinter jedem dieser Bilder der sexuelle Missbrauch eines Kindes stecke. Wenn auf dem von Experten ebenfalls gründlich untersuchten Computer des Angeklagten weitere Bilder gefunden worden wären, wäre eine Einstellung des Verfahrens nicht denkbar gewesen, unterstrich die Richterin.

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