Synode des Kirchenkreises Frankenberg

Kirche muss sich von Räumen trennen

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Frankenberg - Ursprünglich standen 13 der 30 Gemeindehäuser und -Räume im Kirchenkreis auf der Streichliste. Vier Pfarrer stellten jedoch Anträge, jeweils ein weiteres Gebäude aus ihren Gemeinden zu erhalten – mit Erfolg.

Mehr als eineinhalb Stunden diskutierten die Vertreter der Kirchengemeinden im Parlament des Kirchenkreises, der Synode, über die Vorgaben der Landeskirche und ihre Folgen. Die Synode muss entscheiden, welche der 30 Gemeindehäuser und -Räume langfristig erhalten werden sollen.

Aus diesem Grund war eine Abordnung des Kirchenkreisvorstandes und des Bauausschusses im gesamten Kirchenkreis unterwegs gewesen, hatte sich alle Gemeindehäuser angesehen und nach verschiedenen Faktoren bewertet, angefangen von den Parkplätzen über den Zustand der Dächer, Barrierefreiheit, Größe, Heizungsanlagen und Stuhllager bis hin zum energetischen Zustand. Von den Kirchengemeinden waren Angaben zur Auslastung und zu den Betriebskosten hinzu gekommen.

Daraufhin hatte der Bauausschuss eine Empfehlung abgegeben, welche Gebäude langfristig weiter unterhalten werden sollen. Sie werden in den so genannten Gebäudebedarfsplan aufgenommen. Ziel war es, mindestens einen Gemeinderaum pro Kirchengemeinde zu erhalten.

Keine Zuschüsse mehr

Kirchenkreisamtsleiter Bernd Merhof betonte, dass die Gebäude, die nicht in diesem Bedarfsplan berücksichtigt werden, weiterhin im Besitz der Kirchengemeinden bleiben. „Niemand kann und will die Kirchengemeinden verpflichten, sich von Gemeindehäusern zu trennen“, betonte Merhof. Sie behielten die Entscheidungskompetenz, wie es mit den Gebäuden weitergeht: ob sie verkauft werden sollen, auf eigene Kosten weiter genutzt, stillgelegt oder gar abgerissen werden, wie es für das Gemeindehaus am Hinstürz bereits beschlossen wurde. Bei einigen Gemeinderäumen kommt das aber ohnehin nicht Frage, weil sie sich in den Kirchen befinden. Fakt ist allerdings: Für Gebäude, die nicht auf dem Bedarfsplan stehen, erhalten die Kirchengemeinden künftig keine Zuschüsse mehr für Betriebskosten und für Sanierungen – dadurch wäre der Kirchengemeinde Frankenberg der Erhalt des Gemeindehauses am Hinstürz schlicht unmöglich geworden.

Folgende Gemeindehäuser sollen langfristig erhalten werden: In Frankenberg die Gemeindehäuser Auf der Burg, Ederdorf und der neu zu bauende Raum im neuen Pfarrhaus am Hinstürz sowie in Schreufa, die Räume am Pfarrhaus in Geismar, die Gemeindehäuser in Rengershausen, Röddenau und Viermünden, Bottendorf, Ernsthausen und Rosenthal, das Gemeindehaus Hofstraße 9 in Gemünden und das in Grüsen, das Martin-Luther-Haus in Frankenau und der Gemeinderaum in Ellershausen, die Gemeindehäuser in Haina und Löhlbach, Rosenthal, Kirchlotheim, Obernburg, Ederbringhausen und Vöhl.

Zur Disposition stehen: Die Häuser und Räume in Willersdorf, Wangershausen, Roda, Wiesenfeld, Birkenbringhausen, der alte Pfarrstall in Frankenau, das Gemündener Gemeindehaus in der Hofstraße 2a, sowie in Frankenberg der Gemeinderaum im Dekanat auf der Burg, das Jugendheim und das Gemeindehaus auf der Burg.

Von Andrea Pauly

Mehr lesen Sie in der Montagausgabe, 27. Februar, der Frankenberger Zeitung.

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