Hatzfeld

Kirche in neuem Glanz und mit neuem Klang

- Hatzfeld (nih). Mit einem Festgottesdienst wurde am Sonntag die evangelische Hatzfelder Stadtkirche, die wegen Renovierungsarbeiten sechs Wochen lang geschlossen war, wieder eröffnet

„Klingt unsere Orgel nicht herrlich?“, fragte Pfarrerin Gudrun Ungerer, nachdem das Instrument zu Beginn des Gottesdienstes erklungen war. Die Reaktionen der Gottesdienstbesucher – viele nickten oder lächelten – machten deutlich, dass auch sie den verbesserten Klang wahrgenommen hatten. Die Orgel war in den vergangenen Wochen komplett ausgebaut und extern von einer Fachfirma gereinigt und instand gesetzt worden, ehe sie dann wieder eingebaut wurde. Außerdem erhielten die Wände und Säulen im Innenraum der Kirche, die vermutlich im 14. Jahrhundert erbaut wurde, sowie Fensterrahmen und Türen einen neuen Anstrich. „Die Kirche ist dadurch wesentlich heller geworden“, sagte Ungerer. Das Ergebnis der Renovierungsarbeiten sei „einfach nur gut gelungen“, die Gemeinde dürfe sich freuen, erklärte die Pfarrerin. Die Renovierung sei schon lange geplant gewesen, die Umsetzung jedoch immer wieder verschoben worden. Aber nun sei das Werk endlich vollbracht, freute sich Ungerer. Fast zumindest: Die Reinigung des großen spätgotischen Kreuzes im Altarraum steht noch aus. Die Renovierungskosten belaufen sich insgesamt auf rund 35 000 Euro. Mehr als nach Vorschrift Die Theologin betonte, dass sowohl Architekt Peter Dornseif als auch der Malerbetrieb und die Orgelbaufirma hervorragend gearbeitet hätten. „Die Firmen haben mehr geleistet als ihren Dienst nach Vorschrift“, unterstrich Ungerer. An die Gemeinde gerichtet, sagte sie: „Aber auch viele von Ihnen haben maßgeblich zum Gelingen dieses Projekts beigetragen.“ Bereits vor Jahren seien Spenden für die Renovierung gesammelt worden. Da die Landeskirche nur bis zu 15 Prozent der Kosten übernehme, müsse der Rest über Eigenmittel oder Darlehen finanziert werden. „Dass in Hatzfeld die nötigen Eigenmittel aufgebracht werden konnten, das haben Sie möglich gemacht.“ Viele Gemeindemitglieder hatten sich außerdem aktiv an anfallenden Arbeiten während der Renovierung beteiligt. Sie hatten beispielsweise Bänke ab- und wieder aufgebaut oder beim Reinigen geholfen. „Auch das ist Gemeinschaftsleben in einer Kirchengemeinde“, sagte Ungerer. Allen Beteiligten dankte die Pfarrerin für ihr Engagement. Die Geschichte einer Kirche sei auch immer mit Renovierungen verbunden. In einem Rückblick nannte Ungerer die wichtigsten Renovierungs- und Baumaßnahmen der Vergangenheit. Nach dem 30-jährigen Krieg sei die Kirche fast völlig zerstört gewesen und dann wieder aufgebaut worden. Weitere Renovierungsmaßnahmen seien nach schweren Sturmschäden in den Jahren 1787 und 1788 notwendig geworden. Im Zuge dieser Arbeiten seien auch die Bilder der Evangelisten und Apostel sowie Blumenmotive an der Empore der Hatzfelder Kirche entstanden. Vor gut 50 Jahren seien dann ein neuer Altar und neue Fenster eingebaut worden. Die letzte große bauliche Maßnahme auf dem Kirchengelände habe zwischen 1974 und 1978 stattgefunden: In diesen Jahren wurde die Mauer am Hang errichtet. Im Anschluss an den Gottesdienst blieben fast alle Gottesdienstbesucher noch zum Kirchencafé, bei dem es Getränke, Gebäck und die Möglichkeit zum gemeinsamen Gespräch gab.

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