Kirchenchor Ernsthausen

Ein Kirchenchor geht in den Ruhestand

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Chorleiterin Irene Tripp hat den Ernsthäuser Kirchenchor seit 1998 dirigiert. Sie verabschiedet sich in Rente – und mit ihr geht der gesamte Chor.Foto: Archiv

Burgwald-Ernsthausen - Leicht ist den Sängern die Entscheidung nicht gefallen: Der Ernsthäuser Kirchenchor verabschiedet sich in den Ruhestand. Nach 45 Jahren löst sich die Gesangsgruppe auf, die so manchen Gottesdienst musikalisch umrahmt hat.

Chorleiterin Irene Tripp geht in den Ruhestand - die Sänger des Ernsthäuser Kirchenchores haben diesen Zeitpunkt gewählt, um ebenfalls einen Schnitt zu machen und Abschied zu nehmen. „Wir sind an einer Grenze angekommen, die ein Ende unumgänglich macht“, sagte Sängerin Irmgard Hirth. „Wir haben gerne gesungen und gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge in Rente.“

Der Kirchenchor geht allerdings nicht still und leise, sondern verabschiedet sich mit einem kirchenmusikalischen Abend von den Ernsthäusern. Am Donnerstag, 31. Oktober, beginnt der Abschied um 18 Uhr in der Kirche. Der Kirchenchor singt zum Abschluss einige kirchliche Lieder aus seinem Repertoire, während Pfarrer Ulrich Schnell und der frühere Pfarrer Joachim Teetz Texte und Psalmen vortragen. Auch die Posaunen sollen laut Hirt zum Abschied der Sänger erklingen.

Pfarrer Teetz hatte den Chor vor 45 Jahren ins Leben gerufen. Nun ist er auch dabei, wenn die Sänger in Rente gehen. Laut Hirth fragte Teetz im Frühjahr 1968 von der Kanzel herab, wer Lust am Singen hätte. Danach ging er von Tür zu Tür, sprach mit den Gemeindemitgliedern und den Konfirmanden. Im September 1968 war es schließlich so weit und der Chor traf sich erstmals zum Singen. Weihnachten hatten die Sänger ihren ersten Auftritt. Sie gestalteten den Gottesdienst mit dem Lied „Es ist ein Ros‘ entsprungen“.

Danach präsentierten die Sänger sich oft in den Gottesdiensten und sangen Ständchen bei Geburtstagen und goldenen Hochzeiten. „Eine liebgewonnene Tradition zu Pfarrer Teetz Zeiten war das Singen am ersten Mai“, erinnert sich Hirth. „Frühmorgens zogen wir durch Ernsthausen, um den Mai mit geistlichen Liedern und Volksliedern zu begrüßen.“ Im Pfarrhaus gab es anschließend Kartoffelkuchen zum Frühstück. Und weil manchmal so viel los war, dass die Stühle nicht ausreichten, saß so mancher Sänger auf dem Schaukelpferd des geistlichen Nachwuchses. Pfarrer Teetz verließ 1977 das Kirchspiel und übergab die Chorleitung. Kreiskantorin Irene Tripp ist seit Herbst 1998 Dirigentin. Sie geht in den Ruhestand - mit dem Chor. „Wer uns beim Singen zugehört hat, konnte verstehen, was die Lieder uns zu sagen hatten“, sagte Hirth. „Sie waren Lobpreis und Freude, Trost und Zuspruch.“

(pk)

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