Burgwald/Frankenberg

Kirchengemeinden Bottendorf und Willersdorf stimmen über Fusion ab

- Bottendorf (gi-). Rund 40 Gemeindeglieder der evangelischen Kirchengemeinde Bottendorf nahmen an einer informativen Diskussionsrunde im August-Winnig-Heim teil; Thema: Bildung einer „Gesamtkirchengemeinde“ mit Willersdorf.

Verlockend sind die monetären Anreize: Die Grundzuweisung der Landeskirche an die Gemeinden in Bottendorf und Willersdorf liegt bei aktuell insgesamt 36 700 Euro por Jahr. Bei Bildung der angestrebten Gesamtkirchengemeinde würden rund 13 350 Euro mehr überwiesen, so dass der zu erwartende Geldbetrag für Bottendorf und Willersdorf auf mehr als 50 000 Euro klettert.

Das wurde am Montagabend bei einer Gemeindeversammlung im August-Winnig-Heim deutlich. Rund 40 Gemeindeglieder der evangelischen Kirchengemeinde Bottendorf nahmen an der informativen Diskussionsrunde mit Pfarrer Reinhold Schott und Kirchenvorstandsmitglied Martin Ernst teil. Alle Fragen wurden erschöpfend beantwortet, Vorbehalte ausgeräumt und Zweifel beseitigt. Endgültig fallen aber die Würfel erst am kommenden Donnerstagabend, wenn beide Kirchenvorstände über die „Vereinigung“ abgestimmt haben.

Das Kirchspiel Bottendorf und Willersdorf stehe auf soliden Füßen – für eine Pfarrstelle, die Jugenddiakonin Karina Wallrafen, einen evangelischen Kindergarten, über 20 engagierte nebenamtliche und rund 250 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Darüber können wir uns freuen“, sagte Schott.

Pfarrstelle bleibt

Die Landeskirche sehe sich jedoch wegen des demografischen Wandels zu einer Strukturreform genötigt. Pfarrstellenschwund sei aber für das Kirchspiel „keine Frage“. Vielmehr solle ein neues Finanzzuweisungsgesetz die Kernaufgaben der Kirchengemeinden sichern.

„Und es gibt finanzielle Anreize zur Bildung von Gesamtkirchengemeinden, die auch in Zukunft eine Pfarrstelle und andere Arbeitsfelder tragen“, sagte Schott.

Wegen der massiven Mindereinnahmen der Landeskirche könnten die Bottendorfer und Willersdorfer Chöre im kommenden Jahr nur erhalten bleiben, „...wenn wir die höhere Zuweisung durch Bildung einer Gesamtgemeinde bekommen“, unterstrich Schott. 1642 Bottendorfer und 514 Willersdorfer Gemeindeglieder seien damit auch in Zukunft ein solides Fundament für die vielfältigen Gemeindearbeiten.

Nach der Fusion gäbe es (bei den Wahlen in drei Jahren) einen gemeinsamen Kirchenvorstand, aber die ehemaligen Kirchengemeinden blieben eigene Stimmbezirke. Vertreter der Stimmbezirke bildeten dann einen Kirchenvorstandsausschuss mit Zuständigkeit für ihr Dorf und verwalten die Finanzmittel. Schott: „Wir sollten aber nicht nur des Geldes wegen eine Vereinigung schaffen“. Vielmehr müsse darauf geachtet werden, dass persönlicher Bezug zur Kirchengemeinde und zum Kirchenvorstand nicht verloren gehe. Keine Gemeinde dürfe durch die andere bevormundet werden. „Und vor allem die ehrenamtliche Arbeit darf nicht darunter leiden“, betonte Schott.

Kirchenvorsteher Martin Ernst ergänzte, dass sich im Grunde genommen für das Gemeindeleben „kaum etwas ändert“. Das weise der erarbeitete Vertragsentwurf eindeutig aus: „Unsere bewährte Arbeit kann weitergeführt werden.“ Die Entscheidung für eine Gesamtkirchengemeinde würde nötigenfalls in drei und noch einmal in neun Jahren überprüft: „Sie muss also nicht endgültig sein.“

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