Grillhütte in Dodenau

Kleine Chance auf Förderung nutzen

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Battenberg-Dodenau - Die Grillhütte am Wildgehege soll wieder aufgebaut werden: darin waren sich Ortsbeirat und rund 30 Besucher einer öffentlichen Sitzung einig. Doch ob, wie, wann und mit welchem Geld ist noch eine große Unbekannte.

Nach dem Brand am 27. Juni haben Mitglieder des Verkehrs- und Verschönerungsvereins die verkohlten Überreste mit Unterstützung des städtischen Bauhofs beseitigt. Dass die Grillhütte wieder aufgebaut werden soll, darüber herrschte früh Einigkeit im Dorf.

Deutlich wurde, dass die Zeit drängt: Denn ohne Geld von außen scheint ein Wiederaufbau kaum möglich. Auf 110000 Euro beläuft sich eine erste, vorläufige Kostenschätzung. Die einzige Fördermöglichkeit bietet derzeit die Region Burgwald-Ederbergland, die europäische Leader-Mittel vergibt.

Der Antrag auf Förderung muss aber schon am 1. August vorliegen und mit ihm ein Konzept zum Wiederaufbau. Auf der Prioritätenliste steht die Grillhütte allerdings zu weit unten, um einen Zuschuss sicher zu haben. Die Dodenauer müssen hoffen, dass irgendwo anders in Hessen Leader-Mittel nicht abgerufen wurden – das könnte den Grillhüttenbau noch ermöglichen. Bürgermeister Heinfried Horsel sieht die Chance als vorhanden an, allerdings im „unteren Prozentbereich“.

Begründet wird der Antrag auf Zuschuss unter anderem mit der touristischen Bedeutung des Wildgeheges und der zugehörigen Gebäude. Aus dem gleichen Topf waren schon der Bau einer überdachten Grillstation, eines Musikpavillons und des Köhler-Lehrpfads gefördert worden.

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein hat bereits die Bürger in einem Brief um Spenden gebeten (FZ berichtete). Der Verein betrieb die Grillhütte seit der Inbetriebnahme im Jahr 1972. An den Planung beteiligt werden sollen aber auch Ortsbeirat und die großen Vereine.

Sollte der Zuschuss nicht bewilligt werden, könnte das den Bau deutlich verzögern. Über eine Fortsetzung des Leader-Projekts wird laut Horsel nicht vor Mitte 2014 entschieden – und ob touristische Projekte wie die Grillhütte förderfähig bleiben, ist unklar. „Das Leader-Programm ist derzeit die einzige Möglichkeit, Fördermittel zu bekommen“, sagte der Rathauschef während der Sitzung.

Weniger problematisch ist die Genehmigung des Neubaus. Zwar existiert für das Wildgehege kein Bebauungsplan, und die Grillhütte ist in keiner offiziellen Gemarkungskarte verzeichnet. Es handelt sich quasi um einen „Schwarzbau“. Doch der genieße trotzdem Bestandschutz, sagte Horsel auf FZ-Nachfrage. Schließlich hätten bei der Eröffnung an Himmelfahrt 1972 auch Landrat und hochrangige Forstvertreter teilgenommen.

Der Landkreis werde deshalb umgehend eine „Unbedenklichkeitsbescheinigung“ ausstellen. Die sei für den Antrag auf Fördergeld eine Voraussetzung. „Ich habe grünes Licht aus der Kreisverwaltung erhalten“, sagte der Bürgermeister gestern. Vor der endgültigen Genehmigung müssten aber noch Forst und Naturschützer angehört werden.

Selbst wenn Fördergeld fließt, wären Erschließungskosten förderfähig. Der Wunsch vieler Dodenauer, endlich Strom zur Hütte zu legen, wird also nur erfüllt, wenn noch Geld übrig ist – oder mit dem Bau einer Leitung wird noch einige Jahre gewartet. Die Kosten dafür werden auf 27000 Euro geschätzt. Mit Eigenleistungen und Arbeitern des städtischen Bauhofs könnte das auf etwa 14000 Euro reduziert werden. Ausgeschlossen ist eine Wasserleitung. Für die Versorgung beispielsweise der Toilettenspülungen soll ein Tank installiert werden.

Was passiert, wenn keine Fördermittel genehmigt werden, darüber will sich in Dodenau noch niemand Gedanken machen. „Wir sehen dieses Gebäude als eines der wichtigen Teilstücke des Wildgeheges“, sagte Matthias Schneider, Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins. „Es gehört zum Ganzen dazu.“

Unterschiedliche Meinungen gab es am Dienstag zu Detailfragen – etwa, wie oft die Grillhütte letztlich genutzt werden sollte. Dennoch: „Mit diesem Konzept können wir doch alle leben“, brachte es Ortsbeiratsmitglied Herbert Battenfeld auf den Punkt.

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