Rolf Gerson und John Krüger sind die neuen Gesichter im Irish Pub

"Klimperkasten" öffnet im April wieder

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Frankenberg - Der „Klimperkasten“ hat einen neuen Pächter: Rolf Gerson aus Frankenberg hat sich entschieden, den Irish Pub zu übernehmen. Gemeinsam mit seinem Kumpel John Krüger will er wieder eine gemütliche Kneipe mit regelmäßigen Konzertabenden daraus machen.

Im Irish Pub „Klimperkasten“ sieht Monate nach der Schließung noch alles aus wie früher: Bilder und Plakate hängen an den Wänden, hinter der Theke stehen noch die Gläser und Whiskeyflaschen. In den nächsten fünf Wochen soll die Kneipe renoviert werden. Denn bereits am ersten Aprilwochenende - eine Woche nach Ostern - wollen Rolf Gerson und John Krüger den Irish Pub wieder eröffnen.

Die Gespräche mit den Behörden und Partnern, etwa für Konzession, Pay-TV-Verträge und Ähnliches seien im Gange, sagt Gerson. „Wir hoffen, dass wir rechtzeitig fertig werden.“

Fußball und Billard

Schon im April und Mai wollen die neuen Betreiber die ersten Konzerte im „Klimperkasten“ veranstalten. Die beiden hatten schon länger geplant, gemeinsam eine Kneipe zu betreiben. „Wir haben oft darüber geredet, dass es für Leute in unserem Alter wenige Gaststätten mit Live-Musik gibt“, erinnert sich John Krüger. Dann fiel Rolf Gerson das Plakat am „Klimperkasten“ auf, mit dem nach einem neuen Pächter gesucht wurde.

Schon damals habe er sich beim Hauseigentümer gemeldet, doch zu diesem Zeitpunkt hatte bereits ein anderer Interessent die Zusage bekommen. Dass dieser sein Konzept dort letztendlich doch nicht umsetzen wird, „war unser Glück“, sagt John Krüger. Die endgültige Entscheidung für den „Klimperkasten“ sei vor zwei Wochen gefallen, berichtet Gerson.

Vieles, was bisher den Klimperkasten prägte, wollen die künftigen Gastwirte beibehalten: über „Sky“ sollen weiterhin Sportsendungen übertragen werden, den Billardtisch übernehmen die beiden ebenso wie das bisherige Konzept mit einem kleinen Speisenangebot.

Auch optisch wollen die Männer im Irish Pub nicht allzu viel verändern: Die Wände sollen frisch gestrichen, Holzflächen aufgearbeitet und Sitzmöbel neu bezogen werden. Die alten Bilder und Plakate sollen danach wieder aufgehängt werden. „Wir wollen, dass sich die Leute hier wohlfühlen“, sagt Krüger.

Den großen Baum, der mitten in der Kneipe steht, wollen die künftigen Wirte allerdings herausnehmen lassen. „Das ist eine Dreckschleuder“, begründet Rolf Gerson gelassen, „und ich glaube, die Leute haben sich daran sattgesehen.“ Außerdem schlucke der Baum zu viel Licht und nehme bei Auftritten die Sicht auf die Musiker.

Aber auch einige neue Pläne haben Gerson und Krüger: So können sie sich vorstellen, nach Fußballmeisterschaften Partys für Fans der Siegermannschaften zu organisieren. Außerdem würden sie hinter dem Gebäude gerne einen Biergarten einrichten, damit die Gäste im Sommer auch draußen sitzen können. Damit verbunden wäre die Möglichkeit für gemütliche Grill-Abende, spinnt John Krüger den Faden weiter.

Ehemaliger Roadie erzählt

Der künftige Wirt ist Frankfurter, lebt aber mittlerweile in Reddighausen. „Ich bin Rentner und habe sonst nicht genug zu tun“, sagt er mit einem Lachen. Der 59-Jährige ist mit Gastronomie aufgewachsen: Seine Eltern hätten in Frankfurt eine „Äppelwoi“-Kneipe gehabt, berichtet er. Außerdem habe er viele Geschichten rund ums Thema Musik zu erzählen: Er sei früher als Roadie mit Bands wie „Uriah Heep“ und „Deep Purple“ auf Tour gewesen. Für Gerson hingegen ist die Tätigkeit als Gaststättenbetreiber neu: Er sei hauptberuflich im Stahlbau tätig, sagt der 48-Jährige. Das werde er auch weiterhin bleiben. An den Wochenenden will er dann gemeinsam mit John Krüger hinter der Theke stehen. Unterstützung sollen außerdem einige Kellnerinnen geben.

Ein wichtiger Baustein im Klimperkasten soll die Live-Musik bleiben. Vor allem Konzerte mit Stücken aus den 1960ern bis 80ern schwebt den beiden Betreibern vor. Aber um auch jüngere Leute wieder für den „Klimperkasten“ zu begeistern, haben sie schon Kontakt zur Rock-AG der Edertalschule aufgenommen - auch sie könnte im Irish Pub auftreten.

Die Kontakte zu den Bands, die bisher zu den regelmäßigen Akteuren im Klimperkasten gehörten, bestehen weiterhin. Somit besteht die Chance, dass langjährige Stamm-Musiker künftig wieder nach Frankenberg kommen.

Wirte sind optimistisch

Die genauen Öffnungszeiten stehen noch nicht fest, ebenso wie der Ruhetag noch nicht ausgewählt ist. Vorerst wollen die beiden bereits um 14 Uhr aufmachen - so könnten etwa Oberstufen- oder Musikschüler sich in der Kneipe auf eine Cola treffen oder ihre Freistunde dort verbringen.

John Krüger ist zuversichtlich, dass der „Klimperkasten“ gut angenommen wird: „Eigentlich müsste es gut laufen, weil es hier sonst in der Art ja nichts gibt.“ Außerdem sei die Lage gut und genügend Parkplätze für Auswärtige in der Umgebung vorhanden. „Es gibt eine große Nachfrage. Warum sollen wir’s dann nicht bringen?“, zeigt sich auch Gerson optimistisch: „Der ‚Klimperkasten‘ gehört einfach nach Frankenberg.“

Von Andrea Pauly

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