Patientinnen können nun auch Ausbildung zur Floristin machen

Psychiatrie eröffnet Blumenladen - Ausbildung für Patientinnen

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Vor dem neuen Blumenladen: (von links) Gärtnermeister Jörg Winkler, Ergotherapeutin Ulla Weibezahn und Peter Nachtigall (stellvertretender Abteilungsleiter des Bereichs Co-Therapien) betreuen Forensik-Patienten in der Gärtnerei; es fehlen die Gärtnermeisterin und Floristin Monika Spalinski sowie Krankenpfleger Güter Stephan.

Haina-Kloster. Die Vitos-Klinik für forensische Psychiatrie in Haina-Kloster hat ihr ergotherapeutisches Angebot erweitert. Sie bietet in ihrer Gärtnerei An der Grauhecke nun auch eine Ausbildung zur Floristin an.

Am kommenden Montag wird an der Gärtnerei ein Verkaufsraum eröffnet. Dort werden neben den selbst produzierten Pflanzen auch Blumensträuße, Gestecke und Kränze angeboten. Die Klinik für forensische Psychiatrie betreut psychisch kranke Straftäter.

Das neue Ausbildungsangebot ist insbesondere für Patientinnen gedacht, informiert Thomas Madsack, Leiter der Abteilung Co-Therapien (Ergotherapie). Etwa 30 von zirka 420 Patienten in Haina und der Außenstelle Gießen sind Frauen.

Die Patientinnen und Patienten werden unter Anleitung ihrer Betreuer im neuen Verkaufsraum die Kunden beraten und bedienen. „Dadurch erhalten sie Gelegenheit, ihre sozialen Kompetenzen zu erweitern“, sagt Madsack. Der Kontakt mit den Kunden sei eine gute Vorbereitung auf die Entlassung.

Die Patienten, die im Verkaufsladen und bisher schon in der Gärtnerei arbeiten, haben hohe Lockerungsstufen. Manche stehen kurz vor der Entlassung, sagt Peter Nachtigall, stellvertretender Leiter des Bereichs Co-Therapien.

Gärtnermeister Jörg Winkler fügt hinzu, dass es in den zehn Jahren, in denen die Gärtnerei besteht, keine Entweichung von Patienten gegeben habe. Bisher schon bietet die Gärtnerei eine Ausbildung zum Gärtner oder Gartenbauhelfer an.

Die Pflanzenpflege verlange Ordnungsbereitschaft und Disziplin, trainiere und fördere selbstständiges, verantwortungsvolles und planvolles Handel – alles Fähigkeiten, die für die Patienten nicht leicht abrufbar seien, sagen die Ergotherapeuten. (mab)

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Quelle: HNA

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