Traifgespräche am Kreiskrankenhaus

Klinikmitarbeiter bleiben im Tarif

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Die Gewerkschaften sehen die Beteiligung der Belegschaft des Kreiskrankenhauses an dessen finanzieller Sanierung ausgereizt: Die Mitarbeiter bleiben im Tarif.Archivfoto: Malte Glotz

Frankenberg - Für die Mitarbeiter des Frankenberg Kreiskrankenhauses soll es keine weiteren finanziellen Einschnitte geben, um das Haus wirtschaftlich wieder auf gesunde Füße zu stellen. Das ist das Ergebnis der Tarifgespräche, die am Dienstagvormittag zwischen der Klinik und den Gewerkschaften geführt wurden.

„Wir haben in den Verhandlungen kein gemeinsames Ergebnis erzielen können“ sagt der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses, Ralf Schulz. „Daher wird die Geschäftsleitung akzeptieren, dass weitere finanzielle Einschnitte für die Belegschaft unseres Hauses gegenüber unseren Mitarbeitern nicht vermittelbar sind.“

Das Klinikum befindet sich seit Monaten in finanzieller Schieflage. Wesentliche Ursache für die Verluste sind gestiegene Personalkosten. Die vom Kreistag 2012 verordnete Rückkehr in den öffentlichen Tarif summiert sich bis 2014 auf Millionensummen. So stiegen die Personalkosten 2012 um rund eine Million Euro auf rund 16 Millionen Euro. Für 2013 addierte sich der Personalaufwand bereits auf 18,4 Millionen Euro - also rund 2,4 Millionen Euro an zusätzlicher Steigerung. Diese Mehrkosten verteilen sich zur Hälfte auf Ärzte, zur anderen Hälfte auf Pflegedienst, Medizintechnik und weitere Abteilungen.

Im vergangenen Jahr hatte das Klinikum ein Minus von rund drei Millionen Euro verursacht. Nach eigener Auskunft soll sich dieser bis 2017 auf insgesamt rund 8,257 Millionen Euro steigern.

Kein eigener Notlagentarif

Mit einer zusätzlichen Finanzspritze von 5,5 Millionen Euro will der Landkreis das Haus aus der Schieflage holen. Zusätzlich waren Stellenabbau und ein Notlagentarif vorgesehen. Zumindest letzteren wird es nun nicht geben: Aus der Geschäftsleitung des Klinikum heißt es, vor dem Hintergrund der Vergütungseinschnitte in den vergangenen Jahren seien nach Auffassung der Gewerkschaften weitere Sanierungsbeiträge der Klinikmitarbeiter nicht mehr möglich. „Ich nehme dies zur Kenntnis“, sagte Ralf Schulz - und ergänzte: „Trotzdem möchte ich betonen, dass der derzeitige eingeschlagene Sanierungs- und Konsolidierungsweg für unser Haus weiter fortgeführt wird.“

Die einschlägigen Tarifverträge sind damit für das Kreiskrankenhaus in Frankenberg auch weiterhin gültig. Darüber hinaus gebe es keine Planungen, aus den bestehenden Tarifverträgen auszusteigen. Ein Teil der Pflegedienstmitarbeiter war unter finanziellem Druck 2003 in eine „Service-Gesellschaft“ ausgegliedert worden. Zudem hatte die Klinik-GmbH des Landkreises den Tarifverbund verlassen. Über viele Jahre gab es für Mitarbeiter in der Kreisklinik also Gehaltsverzicht. Im Herbst 2012 genehmigte der Kreistag dann mehrheitlich eine Finanzspritze von 2,5 Millionen Euro und beschloss eine Rückkehr in den Tarif. (r/gl)

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