Sängerin und Schauspielerin Maren Kroymann gastiert im Rahmen des Kultursommers in Battenberg

Klitoris-Gespräche und Beatklassiker

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Schauspielerin und Sängerin Maren Kroymann gastierte am Dienstag in der Battenberger Burgberghalle. Battenberg ist ein Veranstaltungsort des Kultursommers Nordhessen.Foto: Mark Adel

Battenberg - „In my sixties“ heißt das Programm von Maren Kroymann. Das ist mit Absicht doppeldeutig zu verstehen. Sie ist in den 60ern und erinnert an ihre Erlebnisse in den 60ern. Selten sind Rückblicke so unterhaltsam und vergnüglich gestaltet, wie Kroymann auf „50 Jahre Pubertät“ zurückblickt.

Dank des Kultursommers Nordhessen gastierte die 61-Jährige am Dienstag in der Burgberghalle. Großstadtleben, der erste Freund, ein Auslandsjahr in den USA, Gespräche mit der Mutter über Sexualität - und die Musik, die Kroymann passend zu ihren Lebensstationen auswählt.

Wie ein roter Faden durchs Programm zieht sich Dusty Springfield: „Sie war die ältere Schwester, die ich nie hatte“, sagt sie über die britische Sängerin.

Die Mischung aus unterhaltsamen Lebensgeschichten und Musik begeistert die Besucher in der fast vollbesetzten Burgberghalle - vor allem, weil Maren Kroymann eine begnadete und leidenschaftliche Sängerin ist, deren Stimme hervorragend zu den Beatklassikern der 60er wie „Lazy in the sunny afternoon“ von den „Kinks“ passt.

Buntes und wildes Leben

Die Lieder versprachen ein Leben, das bunter, wilder und schöner sein konnte als das der Eltern-Generation mit deren rigiden Moralvorstellungen, auf die Kroymann immer wieder zurückkommt. Der dunklen Stimme, eher kraft- als gefühlvoll, nimmt man die Lebenserfahrung ab. Sie ist mehr als nur eine weitere singende Schauspielerin.

Eine 61-jährige etablierte Kabarettistin und Schauspielerin darf zudem auch Witze machen, die Männern wohl eher übelgenommen würden: Über Vergewaltigungen, über Klitoris, über die Kurzsichtigkeit von Lesben - Kroymann hat sich bereits in den 90ern geoutet.

Unterstützt wurde sie von einer hervorragenden Band mit Johannes Roloff (Flügel), Jürgen Schäfer (E-Bass), Ralf Lehmann (Gitarre) und Immo Hofmann (Schlagzeug).

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