Birkenbringhausen

„Knaller" bei unverheirateten Frauen

- Burgwald-Birkenbringhausen. Lautes Peitschenknallen im Viervierteltakt war am Montag in den Straßen zu hören: Die Knaller waren unterwegs.

In einheitlich dunkelblauen Jacken mit dem markanten Birkenbringhäuser Ratz – dem Erkennungsmerkmale der Vereine – zogen 17 Männer durch die Straßen des Dorfes.

Was sich gerade für Zugezogene oder Fremde außergewöhnlich darstellt oder einfach nur unbekannt ist, hat im Burgwalddorf einen Jahrhunderte alten, traditionellen Hintergrund: Das „Knallen“ mit der Peitsche, läutete damals den Wechsel der Mägde zu einem neuen Hof ein. Die unverheirateten Frauen bedankten sich für die rund zweiminütige Aufführung damals mit Eiern, Wurst oder anderen Leckereien des Hofes. Die Burschen sammelten die Gaben und trugen sie am Abend zum Tanz zu einem großen Buffet zusammen.

Auch wenn es heute keine Mägde mehr in Birkenbringhausen gibt, die Tradition hat Bestand. Bei allen konfirmierten, aber unverheirateten jungen Frauen knallen die „Burschen“ der Freiwilligen Feuerwehr auf dem Hofe. Noch etwas hat sich im Vergleich zu früher geändert: In der Regel gibt es zum Dank keine Lebensmittel mehr, sondern Bargeld. Die Organisation des Knallens hatte vor rund 25 Jahren die Freiwillige Feuerwehr übernommen, weil der Verein ansonsten „einzuschlafen“ drohte.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Dienstag, 28. Dezember.

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