Inthronisierung beim Kreisschützenball in der Festhalle

Königin Monika sagt Ja zu ihrem Gatten

Die neue Königsfamilie des Schützenkreises: Ritter Martin Althaus, Kreiskönigin Monika mit Prinzgemahl Werner Groß und die beiden weiteren Ritter Michaela Ritter und Uwe Sprengel repräsentieren die Schützen im Frankenberger Land. Fotos: Rouven Raatz

Hatzfeld-Reddighausen. - Er ist der Höhepunkt des Schützenjahres im Kreis Frankenberg: der Kreisschützenball. Und auch die 2013er Auflage hat am Samstagabend in der Reddighäuser Festhalle eindrucksvoll gezeigt, dass die Schützenfamilie eng zusammensteht.

Mit Pflichtbewusstsein hat dies weniger zu tun als mit Begeisterung für die Sache: Mit Bussen sind mehr als 600 Schützen aus dem Frankenberger Land am Samstagabend nach Reddighausen gefahren, um beim Höhepunkt im Schützenjahr zu feiern: und zwar sich und die neue Kreiskönigin Monika Groß, die sich freudestrahlend krönen ließ. „Bete an die Macht der Liebe“ spielte die Big Band des Battenberger Musikzuges in der festlich geschmückten Festhalle und Kreisschützenmeister Jürgen Binzer, der ein Heimspiel hatte, nahm der Geismarer Schützenschwester das Versprechen ab, „das Schützenwesen zu fördern, die Kameradschaft zu pflegen, den Schützenkreis würdig und ehrenvoll zu vertreten und alles Übel von ihm fernzuhalten“.

„Zeit in guter Erinnerung“

Unter Fackelschein, angeführt von Kommandant und Säbelträgern aus Bottendorf, war die neue Königsfamilie zum Präsentiermarsch in die Festhalle eingezogen - unter Beifall der Kreisschützen aus 25 Vereinen. Binzer erinnerte an den 7. September, als 61 Schützen im Allendorfer Haftal auf den von Kreiskönig Heinz Müller vom SV Röddenau gestifteten hölzernen Adler und die Insignien anlegten. Nach dem 188. Schuss war der erste Ritter ermittelt: Michaela Ritter vom Bottendorfer Schützenverein. Nach weiteren 71 Schuss fiel auch der Apfel zu Boden: Uwe Sprengel vom Ernsthäuser Schützenverein hatte den letzten Holzspan getroffen. Nach weiteren 105 Schüssen stand Martin Althaus aus Bottendorf, angetreten für den Kreisvorstand, als Mitglied der Königsfamilie fest. Beim Schießen um den Königstitel lichteten sich die Reihen schnell bis auf vier Streiter. Der insgesamt 171. Schuss war schließlich der finale: Monika Groß stand als neue Königin fest, sorgte jedoch prompt für neue Spannung: Denn als sich die neue Königsfamilie zum Foto aufstellte, schickte sie ihren Gatten Werner wieder in die versammelte Schützenfamilie. „Du kommst nicht mit aufs Bild“, habe sie gerufen, erinnerte der Kreisschützenmeister an die Anekdote. Doch ganz so ernst war der Ausruf dann doch nicht gemeint: Als Prinzgemahl erhielt er die Kette als Zeichen der Regentschaft.

Mit dem Eröffnungstanz läuteten Monika und Werner Groß den geselligen Teil des Kreisschützenballs ein, der seinem Namen gerecht wurde. Denn traditionell versammelten sich schon zum zweiten Musikstück alle Königspaare auf der Tanzfläche - und gaben ein prächtiges Bild ab. Dies hatten nach Meinung des Kreisvorstandes auch Heinz und Marianne Müller mit ihren Rittern Torsten Tripp und Bodo Krell getan. „Dieses Jahr wird euch hoffentlich lange Zeit in guter Erinnerung bleiben, denn ihr habt wie alle eure Vorgänger viele Freundschaften geschlossen“, sagte Binzer. „In den letzten Wochen haben wir bemerkt, dass euch beiden der Abschied als Kreiskönigspaar schwer fallen wird.“ Als Erinnerung an das Jahr erhielten die vier aus der Pflicht genommenen Schützen Orden.

Viel Lob erhielten am Samstagabend auch die gastgebenden Schützen aus Reddighausen, die unter anderem eine Sektbar im Schein von Schwarzlicht aufgebaut hatten. Vorsitzender Eckhard Wenzel freute sich nicht nur über die vielen Schützen aus dem Frankenberger Land, sondern auch über eine Abordnung aus dem 700 Kilometer entfernten Tulfes im Tiroler Land nahe Innsbruck. „Das zeigt eure Verbundenheit“, rief er Obmann Hannes Neuhauser von der Speckbacher Schützenkompanie Tulfes zu. Die Österreicher bedankten sich für die Einladung mit Geschenken.

Tombola des Fördervereins

Die zahlreichen Ehrengäste hatte Kreisschützenmeister Binzer begrüßt. „Es kommt Wehmut auf“, sagte Reinhard Kahl, für den der Ball in Reddighausen der letzte als Landtagsabgeordneter war. Während der mehr als 30 Jahre seien ihm die Schützen ans Herz gewachsen. Er verwies auf die drei Elemente, die das Schützenwesen im Frankenberger Land auszeichne: Leistungssport, Geselligkeit und die „hervorragende Jugendarbeit, die das wichtigste Element ist“. Hatzfelds Bürgermeister Dirk Junker lobte die im Landkreis fest verwurzelten Schützen. Ohne ihre Feste seien die Städte und Dörfer ärmer. Die Schützenfamilie habe es geschafft, sich der neuen Zeit anzupassen, ohne die Wurzeln zu verlieren: Der Geist der Kameradschaft, die Heimatverbundenheit und die Pflege des Brauchtums werde in den Vereinen bewahrt. Viel Lob hatte er für den Gastgeber und den Kreisschützenball als solches: „Jung und Alt aus allen sozialen Schichten sind hier auf wunderbare Weise vereint.“

Der stellvertretende Sportkreisvorsitzende Bernhard Seitz aus Bottendorf sprach seine Anerkennung aus. „Waldeck-Frankenberg kann stolz sein, dass es eine solche Veranstaltung gibt.“ Ein Grußwort sprach auch Landeskönig Helmut Koch aus Niederaula. Ehrenkreisschützenmeister Helmut Engel betreute einen Stand des Fördervereins, der die Marke von 300 Mitgliedern ansteuert. Um vorwiegend die Jugendarbeit im Kreis zu fördern, organisierte der Verein wieder eine Tombola: mit einem Geldpreis als Hauptgewinn. Auch der Nachwuchs hat den Schützenball bereits für sich entdeckt. Kreisjugendkönigin Vanessa Henkel aus Allendorf feierte in Begleitung von Brian Dönges ebenso mit wie Kreisschülerkönig Felix Dippel aus Bottendorf mit Natascha Ernst. (rou)

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