Geldstrafe

Körperverletzung: Ex-Freund in der Disco angegriffen

Frankenberger Land. Zu einer Geldstrafe von 800 Euro (40 Tagessätze zu je 20 Euro) wurde am Montag eine 31-jährige Frau vor dem Frankenberger Amtsgericht verurteilt.

Richterin Andrea Hülshorst kam nach der Beweisaufnahme zu dem Schluss, dass sie ihren 36 Jahre alten, ehemaligen Lebensgefährten und Vater ihres Kindes sowie dessen 47-jährige Begleitung im Mai letzten Jahres in einer Discothek körperlich verletzt hat.

Die Staatsanwältin bezichtigte die Angeklagte, dem geschädigten Mann Kratzwunden an Hals, Arm und Rücken zugefügt zu haben. Des weiteren wurde ihr vorgeworfen, der Geschädigten ein Getränk ins Gesicht geschüttet, sie mit dem Glas gegen den Ellenbogen geschlagen und an ihrem Arm gezogen zu haben. Ein blauer Fleck am Unterarm sowie eine Verstauchung des Handgelenks waren die Folgen.

Zugegeben hat die Angeklagte, ein Getränk in Richtung der Geschädigten geschüttet zu haben. Stark an ihrer Hand gezogen habe sie jedoch nicht. „Ich sah ihre Hand in Richtung meines Gesichtes kommen und wehrte diese ab“, sagte sie zu ihrer Verteidigung. Das Bierglas sei im Verlauf des Handgemenges aus ihrer Hand auf den Boden gefallen. Einen Schlag habe sie damit nicht durchgeführt. Auch die Kratzattacke auf den Mann stritt sie ab. „Ich habe ihm gesagt, dass er Unterhalt für unser Kind zahlen soll“, sagte sie.

Ihr ehemaliger Lebensgefährte bezeichnete ihr Verhalten als aggressiv. Er habe versucht, sie auf Abstand zu halten und sei immer weiter zurückgewichen. An den Schlag mit dem Glas der Angeklagten gegen seine Begleitung könne er sich nicht mehr erinnern, dafür aber an das Schütten des Getränkes, das Ziehen am Handgelenk und das Kratzen gegen ihn selbst. Die Kratzwunden des Geschädigten wurden in einem ärztlichen Attest noch in der Nacht festgestellt.

Ebenso verhält es sich mit den Verletzungen der vermeintlich Angegriffenen. Auch sie habe die Schlagbewegung nicht mehr in Erinnerung. „Die Angeklagte zog am Handgelenk, schüttete mir ein Getränk ins Gesicht und riss an meinen Haaren.“

Involviert war zudem ein 51-jähriger Mann, der nach einvernehmlichen Aussagen aller beteiligten Personen die Angeklagte griff und zum Türsteher brachte. Er habe dadurch schlimmeres verhindern wollen. Eine 32 Jahre alte Zeugin, die mit der Angeklagten in der Lokalität war, habe bei dem eigentlichen Konflikt nur gesehen, dass die beiden Frauen „ineinander verhakt gewesen“ seien.

Richterin Andrea Hülshorst versuchte zum Ende, eine Brücke zu bauen, um eine Einstellung des Verfahrens rechtfertigen zu können. „Eine Verurteilung wäre schlecht für die berufliche Laufbahn.“ Die Angeklagte blieb bei ihrer Version und zeigte nicht die erhoffte Reue und Einsicht.

Von Florian Künemund

Quelle: HNA

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