Kommentar zum Kutschenführerschein: Sollte selbstverständlich sein

Mit der Einführung eines Kutschenführerscheins zum 1. Juni 2017 hat die Reiterliche Vereinigung in Deutschland eine Diskussion um die Sicherheit von Pferdegespannen im öffentlichen Straßenverkehr angestoßen. Dabei sollte es selbstverständlich sein, dass sich Kutscher mit Pferd und Wagen auskennen, findet HNA-Redakteur Jörg Paulus.

Die Vereinigung der Freizeitfahrer spricht von einem Marketing-Schachzug. Ganz von der Hand zu weisen ist das nicht, denn dem Kutschenführerschein der Reiterlichen Vereinigung fehlt es (noch) an einer gesetzlichen Grundlage und an Verbindlichkeit. Schlecht ist die Idee deshalb aber nicht.

Natürlich reagiert die Reiterliche Vereinigung mit dem Führerschein auch auf Druck aus der Öffentlichkeit. Die Initiative ist eine Antwort auf Forderungen von Tierschützern, die sich immer dann kritisch über Kutschen äußern, wenn es irgendwo einen Kutschenunfall gab. Organisationen wie Peta würden dann am liebsten sogar verbieten lassen, Pferde überhaupt vor Kutschen zu spannen. Das ist Quatsch und wäre so, als würde man nach jedem Autounfall keinen Menschen mehr hinters Steuer lassen.

Stattdessen sollte man Menschen, die Kutsche fahren, auf die Risiken hinweisen und sie im Umgang mit Pferd und Wagen schulen. Da das offenbar nicht jeder Kutscher von sich aus tut, ist es richtig, dazu mit dem Kutschenführerschein aufzufordern.

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Quelle: HNA

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