Burgwald

Kommunen wollen zusammenarbeiten

- Burgwald. Seit Anfang des Jahres erledigen sechs Kommunen im Frankenberger Land ihre Personalbuchhaltung gemeinsam. Das ist eines der ersten Projekte im „Service-Verbund Süd“.

Aus lockeren Frühstückstreffen der Bürgermeister entstanden, messen die Verwaltungschefs dem Verbund der Städte und Gemeinden mittlerweile eine zentrale Bedeutung bei. „Wir werden viele Wege gemeinsam gehen müssen, anders geht es gar nicht“, sagt der Frankenauer Bürgermeister Björn Brede, der beim Arbeitstreffen am Freitag in Burgwald als neues Mitglied in der Runde der Verwaltungschefs begrüßt wurde.

Auf der Tagesordnung standen unter anderem mögliche Formen der Zusammenarbeit bei der Entsorgung von Abfall und Abwasser sowie bei der Versorgung mit Energie. Auch beim Anschluss an die Daten-Autobahn DSL wollen die Bürgermeister aus Frankenberg, Burgwald, Rosenthal, Gemünden, Haina und Frankenau zusammenarbeiten. Innerhalb der Bürgermeister-Runde gebe es eine Spezialisierung auf verschiedene Themen, von der letztlich alle profitieren sollen, erklärte Christian Engelhardt. Er ist unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Die Geschäftsführung des Service-Verbundes hat Frank Gleim übernommen, sein Stellvertreter ist Lothar Koch. Gleim zeigte sich zufrieden mit einem der ersten Projekte des Verbundes: Seit Januar erledigen die sechs Städte und Gemeinden ihre Personalbuchhaltung gemeinsam. „Es läuft gut“, betonte Gleim. Das hätten ihm auch seine Mitarbeiter bestätigt, die diese Aufgaben bislang für die Stadt Gemünden erledigt haben.

Kompetenzen bündeln und Geld sparen – die Zielsetzung des „Service-Verbundes“ liegt auch im Interesse der Landesregierung, von der sich die sechs Bürgermeister aus dem Frankenberger Land eine Förderung in Höhe von 100.000 Euro erhoffen. Als eines der nächsten Projekte sollen beispielsweise die kommunalen Aufgaben rund um das Thema Gefahrgut- und Arbeitssicherheit zentral in Frankenberg wahrgenommen werden, weil dort entsprechend geschulte Mitarbeiter angestellt sind. – Bei allem Willen zum Sparen sollen allerdings keine „bürgernahen Dienstleistungen“ zentralisiert werden, betont Gleim. Es gehe vielmehr um Einsparpotenziale bei „Verwaltungsprozessen, von denen die Bürger gar nichts merken“. Außerdem wichtig ist den Bürgermeistern, dass es keine Zentralisierung „in eine Richtung“ gibt. Denn gerade in den kleineren Kommunen sei die Befürchtung der Bürger groß, dass zu viele Aufgaben an Frankenberg als größte Stadt innerhalb des Service-Verbundes abgegeben werden könnten.Trotz der Bemühungen, zusammenzuarbeiten, bleibt ein gewisser Wettbewerb zwischen den Kommunen bestehen – daraus machen die Bürgermeister keinen Hehl. So bleibt unterm Strich jede Stadt und jede Gemeinde für sich darum bemüht, ihre Gewerbeflächen und Bauplätze erfolgreich zu vermarkten und junge Leute in die Ortskerne der Dörfer zu holen. Frank Gleim ist sich allerdings sicher: Die Attraktivität der einzelnen Kommunen hänge mit der Attraktivität der Region insgesamt zusammen.

Engelhardt geht sogar noch einen Schritt weiter: Die Überlebensfähigkeit der hiesigen Kommunen hänge vom Erfolg des Verbundes ab, glaubt der Frankenberger Rathauschef. Dennoch sieht er die interkommunale Zusammenarbeit – genau wie seine Amtskollegen – nicht als notwendigen Zwischenschritt zu einer neuen Gebietsreform.Politik und Bürgerservice werden nach Einschätzung Engelhardts langfristig vor Ort erhalten bleiben. Lediglich die „Back-Offices“ könnten eines Tages komplett zusammengelegt werden. Aber das sei Zukunftsmusik: „Eine langfristig gemeinsame Vision gibt es nicht. Das wird sich entwickeln.“

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