Frankenberger Theatergruppe bereitet zwei Stücke zeitgleich vor

Die Komödie betritt neues Terrain

Rebekka Jilg spielt die Protagonistin, Lady Windermere.

Frankenberg - Das Ensemble der "Komödie Frankenberg" hat sich aufgeteilt, um zwei Inszenierungen zeitgleich vorzubereiten. Während sich ein Teil der Komödie mit einem Stück von Oscar Wilde auf ihre Stärke besinnt, betritt die andere mit einem Kinderstück neues Terrain.

Im nächsten Jahr wird die Ortenbergschule 100 Jahre alt - und auch die „hauseigene“ Theatergruppe, die Komödie Frankenberg, macht der Schule ein Geburtstagsgeschenk: Ein Theaterstück für Kinder. Denn in der einstigen Stadtschule begann die Erfolgsgeschichte des Ensembles; die Aula der Grund-, Haupt-, Förder- und Realschule ist praktisch das „Wohnzimmer“ der Komödie.

Eigentlich sind anspruchsvolle Stücke mit Zynismus und englischem Humor die Stärke des Ensembles. Doch die Komödie traut sich auch immer wieder an besondere Projekte - sei es die Neuauflage des historischen Stücks „Die Bürger von Frankenberg“ auf dem Burgberg, die Aufführung der Dürrenmatt-Tragikomödie „Der Besuch der alten Dame“ in der Liebfrauenkirche zu deren Jubiläum im Jahr 2011 oder eben nun ein Kinderstück für das Jubiläum der Schule.

Die beste Autorin der Welt

Dafür hat Regisseur Peter Höhl eine Geschichte von Astrid Lindgren, der wohl beliebtesten Kinderbuchautorin weltweit, ausgesucht: „Kalle Blomquist“. Warum Lindgren? „Weil sie einfach die besten Kinderbücher der Welt schreibt.“ In ihrer Geschichte geht Kalle gemeinsam mit seinen Freunden Anders und Eva-Lotte einem Geheimnis in einem alten Schlosskeller nach, das auch den Bösewicht Onkel Einar brennend interessiert.

Die Proben für das erste Kinderstück der „Komödie“ haben bereits begonnen. Dabei legt Peter Höhl viel Wert auf eine kindgerechte Inszenierung. Der Regisseur orientiert sich dabei ganz nah an der Vorlage von Lindgren - nicht nur bei der Handlung, sondern auch bei der Stimmung.

Denn Lindgrens Geschichten zeichne immer aus, dass sie fröhlich seien, sagt der Geismarer. „Selbst die Bösen sind in ihren Büchern nicht nur böse oder erschreckend, sondern haben etwas Fröhliches“, sagt er. Und genau das soll auch auf der Bühne herauskommen.

Doch bevor Kalle, Eva-Lotte und Anders im April in der Aula der Ortenbergschule auf Schatzsuche gehen, stellen sich auf eben jener Bühne im Februar und März erst einmal verschiedene Fragen zu ganz anderen Charakteren - etwa zu der mysteriösen Mrs. Erlynne und dazu, wie ein bestimmter Fächer in Lord Darlingtons Haus geraten ist. Die Proben für die Komödie „Lady Windermeres Fächer“ von Oscar Wilde haben ebenfalls begonnen. Und während Peter Höhl im Kinderstück vor allem die fröhliche Stimmung transportieren möchte, geht es bei der Komödie für die Erwachsenen - typisch Wilde - um Werte wie Ehrlichkeit und Reue, gesellschaftliche Konventionen und Erwartungen, gewürzt mit einer großen Prise Zynismus und einem scharfen Blick für Hintergründiges. Dennoch gibt es auch Parallelen: In beiden Stücken hat Peter Höhl die wichtigsten Rollen zum Teil mit jenen Darstellern besetzt, die bereits zuvor in Hauptrollen zu sehen waren. Er hat aber auch solchen eine Chance gegeben, die bisher vor allem in Nebenrollen auf der Bühne standen. So spielt in „Kalle Blomquist“ mit Karl-Willi Hirth ein Darsteller die Hauptrolle, der sein Können und seine besondere Bühnenpräsenz schon mehrfach unter Beweis gestellt hat. Karlheinz Balz (Anders) und Julia Balz (Eva-Lotte) sind ebenfalls erfahren in Sprechrollen. Als Bösewicht Onkel Einar ist Dirk Schäfer zu sehen, der zum ersten Mal eine große Rolle übernimmt. Aber nicht nur die Komödianten sind in der Lindgren-Inszenierung zu sehen: Zahlreiche Kinder haben einen Gastauftritt.

Insgesamt 60 Darsteller

Auch in „Lady Windermeres Fächer“ ist die Besetzung bunt gemischt: Dort stehen neben den in Hauptrollen erfahrenen Sabine Eckel und Harald Hörl nun Jürgen Becker und Rebekka Jilg als wichtige Charaktere auf der Bühne. In beiden Stücken sind jeweils etwa 30 Mitwirkende zu sehen.

Diese Tatsache wird auch Heike Höhl, die für die Kostüme verantwortlich ist, vor Herausforderungen stellen, vor allem der Ball im Haus der Windermeres mit zahlreichen Gästen. Die ersten Kostüme sind schon ausgewählt oder in Arbeit - doch vorerst proben die Komödianten noch in Zivil. Die heiße Phase der Proben steht noch bevor.

„Lady Windermeres Fächer“ ist zu sehen am 22. und 23. Februar sowie am 1., 2. und 3. März 2013 jeweils ab 19.30 Uhr. Die Aufführungen von „Kalle Blomquist“ finden am 20. und 21. April 2013 statt, weitere Termine sind für die Kalenderwoche 17 geplant, stehen noch nicht fest.

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