Präsentation des Musik-Leistungskurses der Frankenberger Edertalschule

Komponiert, interpretiert und musiziert - Video

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Die Schüler des Musik-Leistungskurses der Jahrgangsstufe 13 haben die Ergebnisse ihrer fachpraktischen Prüfung einem breiten Publikum präsentiert.

Frankenberg - Wenn Schüler die Ergebnisse einer Klausur öffentlich präsentieren, muss das alles andere als langweilig sein, sondern kann toll klingen - das haben zwölf Abiturienten am Mittwoch unter Beweis gestellt.

An einem Abend klassische Konzerte, eigene Bearbeitungen, eine Reise durch Musikepochen und selbst verfasste Balladen: Vielfältiger kann ein Musikabend kaum sein. Das Konzert des Musik-Leistungskurs offenbarte mehrere beachtliche Talente - und keine der Vorführungen war „nur“ Durchschnitt.

Die Schüler präsentierten die Ergebnisse ihrer fachpraktischen Prüfung vor 250 Besuchern in der Kulturhalle. Die Prüfung hatten sie am Montag abgelegt, das Konzert organisierten sie komplett selbst, kümmerten sich um Licht, Tontechnik und Catering. Für die Aufführung veränderten sie die Stücke teilweise und holten andere Musiker oder Sänger zur Unterstützung dazu. Außerdem hatten sie in der Prüfung die Werke auch analysieren müssen - darauf wurde vor Publikum verzichtet.

Kein Beitrag war mit den anderen vergleichbar. Benedikt Kantert dirigierte das Jugendsinfonieorchester der Schule, den Oberstufenchor und Gastsänger bei den Chorälen „Jesus bleibet meine Freude“ und „Verleih uns Frieden“ mit Souveränität und Leidenschaft und hielt Sänger und Musiker so sicher zusammen, als dirigiere er schon seit Jahrzehnten. Ebenfalls herausragend: Anna Kobus‘ Vortrag der „Zigeunerweisen“. Sie entlockte ihrer Violine die volle Klangvielfalt von tänzelnd-lieblich bis rotzig-knarzig und bot dabei großes technisches Können. Benedikt Kantert begleitete sie am Klavier.

Originell und einfallsreich war Daniel Strauchs Bearbeitung zur Invention Nr. 13 von Johann Sebastian Bach, der aus dem barocken Werk ein modernes, unterhaltsamen Stück mit vielen Jazz-Elementen herausgearbeitet hatte. Kontrabassist Mike Theiß und Schlagzeuger Lennart Gabriel begleiteten ihn.

Technisches und interpretatorisches Können zeigte auch Christian Schmidt, der das Klarinettenkonzert in f-moll von Carl Maria von Weber komplett auswendig spielte und dabei vom Orchester begleitet wurde. Ein weiteres Klarinettenkonzert spielte Denise Rind: Den ersten Satz aus Franz Anton Hoffmeisters Werk in B-Dur, begleitet von Matthias Müller am Klavier. Auch sie zeigte hohe technischen Fertigkeiten. Johannes Wahl dirigierte das Palladio in d-Moll für Streichensemble.

Mit einer Eigenkomposition begeisterte Kathrin Obermann: Sie hatte für die Prüfung die Ballade „Be yourself“ geschrieben und trug sie am Klavier selbst vor. Luisa Ziegler hatte mit einem Streichquartett den ersten Satz aus Mozarts „kleiner Nachtmusik“ einstudiert. Ausdrucksstarke Musik funktioniert auch auf dem Flügel: Sarah Bornscheuers Vortrag von „Once upon a time in summer“ war das beste Beispiel dafür. Wieder in eine völlig andere Richtung ging das Andante aus Mozarts Flötenkonzert in C-Dur, das Carolin Stahl begleitet von Matthias Müller am Klavier virtuos spielte. Nikola Brunner sang den Gospel „Oh happy day“, unterstützt von Simon Ptaschnik, Kathrin Obermann und Carolin Stahl sowie wiederum von Pianist Matthias Müller.

Reizvoll und einfallsreich instrumentiert, arrangiert und zusammengestellt war das Medley „Ein Traum aus vier Epochen“: Julia Goos und Simon Ptaschnik hatten zehn Werke aus zurückliegenden Jahrhunderten bis heute zusammengestellt und bewiesen, wie originell mit zwei Celli, Klavier und Cajon musiziert werden kann. Begleitet wurden sie von Benedikt Kantert und Lennart Gabriel. Es war das dritte Konzert eines Musikleistungskurses. Die Schüler hatten ihre individuellen Aufgaben im November erhalten. „Es ist Unterricht für die Öffentlichkeit“, sagte Musiklehrer Markus Wagener. Tutor Martin Fischer zeigte sich zufrieden mit den Leistungen seiner Schüler: „Es ist alles ziemlich gut gelaufen“, sagte er und lobte die Musiker für die Organisation des Abends.

Das größte Lob kam vom Arolser Musiklehrer Rainer W. Böttchen, der mit Studenten des Kasseler Studienseminars das Konzert im Rahmen eines Praxistags besuchte: Es sei „Schulmusik at its Best“, sagte er - Schulmusik von ihrer besten Seite.

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