Tegut-Aus in Frankenberg

Mit Konkurrenz leben statt wegzulaufen

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Sie wollen, dass Tegut bleibt: Rund 70 Frankenberger zeigten am Samstag Vormittag Flagge gegen den Rückzug des Unternehmens aus dem Frankenberger Markt.

Frankenberg - Sie wollen, dass der Supermarkt bleibt, zur Not auch im alten Gebäude: Rund 70 Unterstützer forderten am Samstag vor dem Frankenberger Tegut-Markt dessen Erhalt.

Mehr als 1100 Kunden und Unterstützer der Frankenberger Tegut-Filiale sind inzwischen „Fan“ einer Facebook-Seite gegen das Aus des Standorts. Doch wenn es um persönliches Engagement geht, scheint das Interesse geringer: Rund 70 Frankenberger demonstrierten am Samstag vor dem Markt. „Es hätten ruhig ein bisschen mehr sein dürfen“, sagt Heinz Naumann, einer der drei Initiatoren einer Unterschriftensammlung gegen den Wegzug von Tegut. Auch die wurde inzwischen mehr als 1000 mal unterzeichnet. Verständlich, dass da die Hoffnungen etwas höher gesetzt waren.

Und doch waren die 70 Kinder, Eltern, Singles, Paare und Senioren ein starkes Zeichen, das zumindest belegt, wie breit die Kundschaft des Marktes gestreut ist. Naumann bedankte sich bei den Unterstützern, von denen einige Plakate wie „Unsere Stadt braucht Tegut“ und „Tegut muss bleiben“ in die Höhe hielten.

Zu große Konkurrenz

Die Fuldaer Einzelhandelskette hatte Mitte Mai im Gespräch mit der Frankenberger Zeitung ihren endgültigen Rückzug aus der Illerstadt angekündigt. Das Geschäft werde bis einschließlich 1. November fortgeführt, dann werde das Unternehmen den Standort verlassen, hatte Pressesprecherin Stella Kircher erklärt. Als Gründe nannte sie den Zustand des Marktes, der weder den Kundenbedürfnissen noch dem Selbstbild von Tegut entspreche, insbesondere aber die verschärften Konkurrenzkampf in Frankenberg durch den anstehenden Herkules-Umzug in das Frankenberger Tor, die Ansiedlung von Rossmann im selben Gebäude und den Neubau eines Penny-Marktes in der Bottendorfer Straße.

Diese Argumente wollte Bürgermeister Rüdiger Heß nicht gelten lassen: „Konkurrenz belebt das Geschäft“ sagte er. Wegzulaufen hingegen sei feige. Der Rathauschef bat dem Unternehmen die Hilfe der Stadt an: Die Frankenberger Liste, die Neuansiedlungen im Lebensmittelhandel auf 800 Quadratmeter Verkaufsfläche beschränkt, gelte nicht. „Hier greift der Bestandsschutz“, sagte Heß. Wenn Tegut es wünsche, „dann kriegen sie auch ihre 1500 bis 1700 Quadratmeter“.

Mehr lesen Sie in der Frankenberger Zeitung vom Montag, 23. Juni 2014.

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