Allendorf

Kontinuität an Spitze der Gemeinde

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- Allendorf (jos). „Du wirst doch eh gewählt“ – diesen Satz hat Claus Junghenn zuletzt häufig gehört. Für ihn besteht deshalb aber umso mehr die Herausforderung darin, die Allendorfer zum Gang an die Urnen zu motivieren – auch wenn der 51-Jährige bei der Bürgermeisterwahl am 14. August wie schon vor sechs Jahren keinen Gegenkandidaten hat.

Im lichtdurchfluteten Bürgermeister-büro im zweiten Obergeschoss der Allendorfer Gemeindeverwaltung blickt Claus Junghenn aus einem der Fenster. „Dort unten stand früher die Schule“, sagt der Verwaltungschef und lässt seine Blicke schweifen. Als der heute 51-Jährige am 1. Dezember 1966 in Allendorf eingeschult wurde, gehörte er dem ersten Jahrgang an, der nicht mehr an der alten Schule unterrichtet worden ist. Junghenn besuchte die damals neue Mittelpunktschule, die heute Schule am Goldberg heißt.

Nach dem Abitur in Frankenberg fing Junghenn bei der Polizei an. Er durchlief verschiedene Dienststellen in ganz Hessen und kam 1996 nach Frankenberg, zurück in seine Heimatregion. „Einer von uns für uns“ – mit diesem Slogan hat sich Claus Junghenn 1999 zum Bürgermeister seiner Heimatgemeinde Allendorf wählen lassen. Zwölf Jahre später greift er dieses Motto in seinem aktuellen Wahl-Flyer wieder auf.

Solide Finanzsituation „Ich will nur hier und nirgendwo anders Bürgermeister sein“, sagt der parteilose Politiker. Vergleicht man die solide finanzielle Situation der Industriegemeinde Allendorf mit den leeren Kassen in den Kommunen rundherum, könnte das eine Erklärung für Junghenns Wahl sein. Doch weit gefehlt: „Mein ganzes Herzblut hängt am Bürgermeisteramt in Allendorf, weil ich Allendorfer bin“, unterstreicht der Bürgermeister.

Während andere Gemeinden ihre Investitionen nur mit immer neuen Krediten bezahlen, schafft es Allendorf dank der hohen Gewerbesteuereinnahmen, den DGH-Umbau in Rennertehausen für mehr als eine Million Euro und den Umbau des Feuerwehrgerätehauses in Allendorf für knapp eine Million Euro aus der eigenen Kasse zu finanzieren – ohne neue Schulden aufzunehmen. Trotzdem sind Schulden in Allendorf ein großes Thema: Kredite in Höhe von etwas mehr als fünf Millionen Euro belasten die Gemeindekasse mit Zinsen und Tilgungen. „Solange wir noch in einer komfortablen finanziellen Situation sind, sollten wir Schulden abbauen“, sagt Junghenn und verweist auf die Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Donnerstag, 28. Juli.

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