Dodenauer Chor „Audite Musica“ feiert mit befreundeten Chören das 20-jährige Bestehen

Konzert als Probe für Titelverteidigung

Zu jedem Geburtstag gehört eine Torte: In bester „Traumschiff“-Manier fuhren die Sängerinnen von „Audite Musica“ eine mit Wunderkerzen verzierte Torte durch den abgedunkelten Saal. Der selbst gemachte Kuchen in Form eines Klavieres war verziert mit der Aufschrift: „Holger unser Tastenstürmer“. Chorleiter Holger Born zeigte sich gerührt. Fotos: Jutta Muth

Battenberg-Dodenau - „Audite Musica“ - zu Deutsch: „Hört die Musik“. Unter diesem Motto stand das Konzert zum 20-jährigen Bestehen des Dodenauer Frauenchors.

Sechs befreundete Chöre gestalteten das Programm in der mit 300 Zuhörern voll besetzten Mehrzweckhalle. Sie erfuhren von Maria Kurzeknabe die Meilensteine der 20-jährigen Chorgeschichte. Die Idee zu einem jungen Chor entstand in einer Kellerbar. Die „U40-Sänger und -Sängerinnen“ der Dodenauer Chöre trafen sich schon damals regelmäßig in geselliger Runde. 1993 wurde der neue Chor ins Leben gerufen. Dirigiert wird er seither von Holger Born. Erst seit 2000 ist der Chor eine reine Frauengruppe. Sie nannten sich zu Beginn noch „Crazy Sisters“.

Laut Holger Born lernten Sänger und Chorleiter voneinander und steigerten mehr und mehr ihre Ansprüche. Inzwischen ist der Chor ein mehrfach bestätigter Meisterchor und erhielt 2011 die Gold-Auszeichnung im Bereich Pop und Jazz des Mitteldeutschen Sängerbundes.

Vom Mitteldeutschen Sängerbund gratulierte Klaus Trollhagen. Er brachte seine Begeisterung für den Chor zum Ausdruck: „Audite bringt nicht nur Dodenau zum Klingen“. Dem Chorleiter Holger Born riet er: „Lass deine Mädels weiter so strahlen“. Weitere Gratulanten waren Werner Schielke vom Sängerkreis Oberes Edertal, die Vorsitzenden der Gastchöre, Vertreter der Gemeinde und der Vereinsgastwirtschaft „Hotel Sassor“.

Durch das Programm führte Katrin Müller. „Audite Musica“ nutzte den ersten Auftritt für die Vorstellung des Übungsprogrammes. Die Sänger wollen in acht Wochen beim Chorwettbewerb in Hann. Münden ihren Titel Meisterchor verteidigen. Anspruchsvoll war die Literatur der ersten Stücke, wie dem Freitagsgebet „Tenebrae factae sunt“, der „Heimkehr“ und Brahms’ „Während der Trennung“. Das „La Cucaracha“ lockerte das Publikum auf.

Alle singen „Weit, weit, weg“

Der Chor „Querbeet“ aus Rennertehausen unter Leitung von Horst-Werner Bremmer hatte sich Verstärkung mitgebracht. Neun Mädchen und Jungen des Kinderchores unterstützten ihn beim Lied „Ich wollte nie erwachsen sein“ aus Peter Maffays Tabaluga. Das Publikum bedankte sich mit anhaltendem Applaus. Gefühlvoll interpretierten sie „You raise me up“, wobei sie von Reiner Thursch am Klavier begleitet wurden.

Sowohl der MGV Dodenau als auch „Pro Musica“ Bottendorf bewiesen, dass moderne Chormusik nicht nur jungen Chören gut zu Gesicht steht. Der MGV, unterstützt von Philipp Naumann am Klavier und dirigiert von Holger Born, sang das von Hanne Haller stammende „Für alle“. Die Gruppe „Wind“ erreichte damit den zweiten Platz beim Eurovisions-Wettbewerb. Die Männer interpretierten danach „Wie kann es sein“ der Vokalgruppe „Wise Guys“.

„Pro Musica“ sang unter anderem von Reinhard Mey „Welch ein Geschenk ist ein Lied“. Im Anschluss begeisterten sie mit „Hungriges Herz“ im Chorsatz des belgischen Mädchenchores „Scala“. Das Lied ist durch seine Verwendung in der Fernsehwerbung weit bekannt. Begleitet wurden sie von Beate Kötter am Klavier, dirigiert von Marion Born.

Ebenfalls unter Marion Borns Leitung widmete der Frauenchor Dodenau das „Frag mi nit“ mit der Liedzeile „Das i für di heut‘ sing“ dem ganzen Publikum. Beim „Heißa, Kathreinerle“ machte der Chorsatz von Franziska Gohl den Schwung des Tanzliedes hör- und sichtbar. Gemeinsam sangen der MGV Dodenau und der Frauenchor Dodenau die Hymne „Zwischen Himmel und Erde“ und versetzten damit die Zuhörer in andächtige Stimmung.

Die Frauen von „Glissando“ aus Altenlotheim sangen beim Titel „A new day“ vom „Singing with joy“. Diese Freude am Singen ließen sie auch das Publikum spüren. Das „Hallelujah“ im Satz von Jonathan Wikeley, ein sehr melancholisches Stück, wurde von ihrem Chorleiter Bremmer am Klavier begleitet.

Die Chorleiterin Marion Born kann bei ihrem MGV Ellershausen aus dem Vollen schöpfen. Viele kräftige Stimmen und ein sicherer erster Tenor machten die Stücke zu einem Hörvergnügen. Besonders gefiel „Unter der Linde“ von Mathieu Neumann. Zum Abschluss stand „Audite Musica“ auf der Bühne. Mit Pop- und Rocksongs brachten sie dem Publikum ihre „zweite Seite“ nahe. Sie begannen mit Adeles ergreifendem „Someone like you“. Das melodiöse „You’ll be in my heart“ von Phil Collins, für das Musical Tarzan komponiert, lud zum Träumen ein. Unter Einsatz von Händen, Füßen und Stimmen präsentierten die Sängerinnen mit Lederjacken und Sonnenbrillen bekleidet „We will rock you“ von Queen. Vom Publikum wurde als Zugabe Hubert von Goiserns „Weit, weit weg“ gewünscht. Da viele Chöre dieses Lied im Repertoire haben, wurde im ganzen Saal mitgesungen.

Von Jutta Muth

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare