FASZINATION OLDTIMER

Mit VW-Bulli von Korbach nach Dänemark und zurück

Zwei Freunde, eine Leidenschaft: Harald Gutberlett (links) und Ernst Hamel sind seit langem von diesem VW Bulli T2 fasziniert. Über die Jahrzehnte hat das Modell Kultstatus erlangt.
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Zwei Freunde, eine Leidenschaft: Harald Gutberlett (links) und Ernst Hamel sind seit langem von diesem VW Bulli T2 fasziniert. Über die Jahrzehnte hat das Modell Kultstatus erlangt.

Das Thema Mobilität begeistert viele Menschen. Aber dazu zählen nicht nur moderne Fahrzeuge. Eine große Faszination üben Oldtimer aus. In unserer Serie „Faszination Oldtimer“ stellen wir Besitzer mit ihren Fahrzeugen vor. Heute geht es um den rot-weißen VW Bulli T 2 von Harald Gutberlett.

Korbach – Der weiß-rote VW Bulli T 2 hat ein bewegtes Leben hinter sich – und es ist noch lange nicht zu Ende. Einst war der Wagen, der ursprünglich weiß-blau lackiert war, mehrere Jahre in Korbach stationiert. Jetzt hat er eine Bleibe in Dänemark gefunden, aber es zieht ihn immer wieder in die alte Heimat zurück.

Gebaut im Jahr 1978

Gebaut wurde der Bulli 1978, hatte 50 PS und 1600 Kubikzentimeter Hubraum. Erstmals tauchte er Ende der 1980er-Jahre in der Region auf. Ein Waldecker hatte ihn in Hamburg als Umzugsauto gekauft und danach zum Schrotthändler gebracht. Dort hat ihn der Korbacher Ernst Hamel abgeholt und in einem Jahr mühevoller Kleinarbeit restauriert, Bleche eingeschweißt und mit einem Camping-Innenausbau ausgestattet: Klappsitzbank, Kühlschrank, Spüle, Kocher und Schränke. Und der Bulli wurde weiß-rot lackiert.

In den 1990ern ist Hamel dann mit dem VW einige Jahre lang in Urlaub gefahren. 1996 verkaufte er das Fahrzeug an den gebürtigen Korbacher und alten Kumpel Harald Gutberlett, der mittlerweile in Dänemark lebt. Gutberlett war schon lang scharf auf den Bulli gewesen. Zunächst musste ein dänischer TÜV her, dann fuhr er das Auto in den folgenden Jahren in den Sommermonaten.

Grundsanierung unumgänglich

Im Jahr 2015 hatte sich so viel Rost angesammelt, dass eine Grundsanierung des Fahrzeuges unumgänglich war. Gutberlett ist gelernter Autoschlosser und kennt sich mit so etwas aus. Er hat über eineinhalb Jahre geschliffen, gespachtelt, geschraubt und lackiert. Ein zweiter Bulli gleichen Typs diente dabei als Ersatzteillager. Danach erstrahlte der Wagen in neuem Glanz und war auch technisch wieder fit. So war der Fortbestand des mittlerweile 43 Jahre alten Oldtimers gesichert.

Nach wie vor wird das alte Schätzchen nur im Sommer gefahren. Es soll keinen Schnee, Schneematsch oder gar Streusalz abbekommen. Und die Heizung im T 2 ist noch ein ganz eigenes Kapitel (siehe weiteren Text).

Eigentümer und Auto sind eine verschworene Gemeinschaft. Mindestens einmal im Jahr bekommen sie Sehnsucht nach der alten Heimat, dann es geht auf große Reise ins Waldecker Land. Ein Besuch bei Hamels ist immer gesetzt, und es wird manche Runde um den rot-weißen Liebling gedreht.

Hindernis für Lkw

Eine Servolenkung hat der Bulli bis heute nicht. „Auf der Autobahn bin ich ein Hindernis für manchen Lkw“, erzählt Harald Gutberlett schmunzelnd. „Aber meist winkt man mir freundlich zu, wenn die Brummis am Berg an mir vorbeiziehen. Und auf Parkplätzen gibt es auch immer interessante Gespräche.“

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