Naturschützer bewerten Kurzumtriebs-Plantagen der Firma Viessmann positiv

Korridor für die Wildkatze

Erfahrungsaustausch: Hans-Moritz von Harling (rechts), Projektleiter Biomasse der Viessmann Werke, im Gespräch mit Mitgliedern des NABU, (von links) Heinz-Günther Schneider (Vorsitzender NABU Waldeck-Frankenberg), Florian Schöne (NABU Deutschland), Gerrit Engelbach (Büro für Umweltplanung Battenberg) und Hartmut Mai (Geschäftsführer NABU Hessen). Foto:  nh

Allendorf-Eder. Mit ihrem land- und forstwirtschaftlichen Versuchsbetrieb leisten die Viessmann-Werke einen messbaren Beitrag zum Natur- und Umweltschutz in der Region. Das sagen Experten des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) sowie seines Landesverbandes Hessen, die dem Allendorfer Heiztechnik-Unternehmen einen ökologisch vorbildlichen Anbau von Energiepflanzen bescheinigen.

Im Rahmen einer seit 2007 bestehenden Kooperation des Unternehmens mit den Naturschützern fand eine Begutachtung der Kurzumtriebs-Plantagen aus naturschutzfachlicher Sicht statt. Mit dabei waren Heinz-Günther Schneider (Vorsitzender NABU Waldeck-Frankenberg), Florian Schöne (NABU Deutschland), Gerrit Engelbach (Büro für Umweltplanung Battenberg) und Hartmut Mai (Geschäftsführer NABU Hessen).

Auf einer Gesamtfläche von rund 160 Hektar – das entspricht etwa 230 Fußballfeldern – baut Viessmann Pappeln und Weiden an. Daraus werden im Rahmen des Energiekonzepts „Effizienz plus“ jährlich rund 2000 Tonnen Holzhackschnitzel für die Energiezentrale des Unternehmens gewonnen – etwa die Hälfte des Bedarfs.

„Ich bin positiv überrascht, wie sich dieses Projekt in den letzten eineinhalb Jahren entwickelt hat.“

Florian Schöne, NABU

Obwohl der Pappelblattkäfer in diesem Sommer beträchtliche Zuwachsverluste verursacht habe, würden auf den Kurzumtriebs-Plantagen keine Pestizide eingesetzt. Im Gegensatz zum Mais- oder Rapsanbau mit dem Ziel der Biomasse-Gewinnung sei ab dem zweiten Jahr keine Unkrautbekämpfung erforderlich.

Positiv bewerten die Experten des NABU die Auswirkungen für die heimische Fauna. Als „Wildkatzen-Korridor“ zwischen Ederbergland und Burgwald helfen die Pappelfelder bei  der  Verbreitung dieser Tierart und dienen gleichzeitig als Jagdrevier für Greifvögel, sagen die Naturschützer.

„Ich bin positiv überrascht, wie sich dieses Projekt in den letzten eineinhalb Jahren entwickelt hat“, sagt Florian Schöne, stellvertretender Referatsleiter und Referent für Agrarpolitik und Bioenergie beim NABU Deutschland.

Auch in Zukunft sollen die Energiefelder im Einklang mit der Natur betrieben werden. Wichtig sind nach Einschätzung des NABU eine möglichst hohe Struktur- und Artenvielfalt. Schwerpunkte legen die Naturschützer dabei auf den Erhalt vorhandener Biotopbäume sowie auf Studien zum Wachstumsverhalten der Pflanzen und zu den Vogel-Populationen.

Welche Maßnahmen davon 2010 umgesetzt werden, wollen NABU und Viessmann bis Ende des Jahres gemeinsam festlegen. (nh/off)

Quelle: HNA

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