Kreisbauernverband Frankenberg will in der Bevölkerung um Verständnis werben

+
Öffentlichkeitskampagne: Der Kreisbauernverband Frankenberg wirbt um mehr Verständnis für die Landwirtschaft; (von links) Geschäftsführer Matthias Eckel, Geschäftsführerin Stephanie Wetekam (Kreisbauernverband Waldeck), Vorstandsmitglied Heinrich Hecker, Vorsitzender Heinrich Heidel, Vorstandsmitglied Ralf Krähling, der Präsident des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, Vorstandsmitglied Matthias Landau und Kreislandwirt Fritz Schäfer.

Frankenberg. Der Kreisbauernverband Frankenberg geht in die Offensive: Mit einer breit angelegten, auf Transparenz und Aufklärung setzenden Öffentlichkeitskampagne wirbt er um mehr Verständnis für die Landwirtschaft und das Berufsbild des Bauern.

„Wir müssen den Menschen die Landwirtschaft wieder erklären“, mahnte der Vorsitzende Heinrich Heidel jetzt in der Jahreshauptversammlung.

Unter den Gästen begrüßte der für die nächsten drei Jahre wiedergewählte Heidel auch den neuen Präsidenten des Hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal, in der Frankenberger Ederberglandhalle. Wie bereits ausführlich berichtet, war der Sachsenhäuser vor einer Woche zum Nachfolger von Friedhelm Schneider gewählt worden.

„Wir müssen erklären, wie Landwirtschaft funktioniert und warum wir was tun“, betonte Heinrich Heidel und verwies auf Themen wie Düngen, Spritzen und Tierhaltung. Die beste Öffentlichkeitsarbeit sei, wenn jeder Landwirt auf die Frage, was er da tue, eine vernünftige Antwort geben könne.

„Wir müssen die Menschen einladen, mit uns zu sprechen“, sagte der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes, Matthias Eckel. Viele Kritiker würden verstummen, wenn sie Gelegenheit zum Gespräch bekämen. Mit dem eigens entwickelten Slogan „Natürlich (!) aus Leidenschaft“ wolle man unter anderem mit Schildern und Plakaten erreichen, dass die Leute „mal näherkommen“ und sich in den Betrieben über fürsorgliche Tierhaltung, nachhaltigen Ackerbau und modernes Agrarmanagement informieren. Entsprechende Hof- und Feldschilder seien in der Geschäftsstelle in Frankenberg erhältlich.

Auch die neuen Medien sollten genutzt werden. Zudem sei geplant, fünf Image-Filme zu drehen. Fernziel sei außerdem, die Aufklärungsarbeit in den Schulen zu intensivieren, kündigte Eckel an.

Man habe es vielleicht versäumt, die Bevölkerung in den letzten Jahren „mitzunehmen“, sagte Karsten Schmal, der in seiner Rede ebenfalls auf das mangelnde Verständnis für die Landwirtschaft einging. „Wir müssen den Verbrauchern die Realität beibringen“, betonte Schmal, der außerdem über den Strukturwandel in der Landwirtschaft und die Herausforderungen der Gegenwart und der Zukunft referierte.

„Ernte gut – Preise schlecht“ fasste der Vorsitzende Heinrich Heidel die aktuelle Situation der Landwirte in seinem Bericht zusammen. Der Gegenwert von drei Ferkeln entspreche derzeit einer Tankfüllung. „Das ist erschreckend“, so Heidel.

Von Susanna Battefeld

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare