Frankenberg

Kritik an Fuchs-Haltung im Wildpark

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- Frankenberg (gl). Harte Vorwürfe erhebt der BUND gegen den Frankenberger Wildpark: Die dortigen Füchse würden in einem zu engen Zwinger gehalten, eine nahe Anlage zur Abrichtung von Jagdhunden lasse sie verhaltensauffällig werden.

Zwei Füchse leben derzeit im Frankenberger Wildpark. Ein Männchen dreht unermüdlich seine Runden um den Bau – eine Angewohnheit, die die Umweltschützer vom BUND als verhaltensauffällig bezeichnen. Im Februar waren Mitglieder des Vereins im Tierpark und hatten dabei die „Missstände“ im Fuchsgehege entdeckt: Der „Zwinger“ sei vielleicht gesetzeskonform, aber keinesfalls artgerecht, kritisieren sie die Haltung der Tiere. Viola Wagner, Vorsitzende des BUND-Kreisverbandes, beschrieb den Zwinger als „Guantanamo für Füchse“. Erdlöcher zeigten die wiederholten Ausbruchsversuche der Tiere aus ihrem Gehege.

Hauptkritikpunkt der Tierschützer ist allerdings die Nutzung der Füchse zum Training in einer sogenannten Schliefanlage. In einer derartigen Einrichtung werden Jagdhunde auf die Jagd abgerichtet. Ihr Ziel: Füchse. Dies sei nötig, sagt Erich Reitz, Leiter des Wildparks: Die Hunde müssten ein korrektes Jagdverhalten erlernen, um im Einsatz im Freien nicht auf jedes beliebige Tier anzuspringen. „Die Haltebedingungen entsprechen allen gesetzlichen Vorschriften und gehen sogar darüber hinaus“, sagt Reitz. Der Begriff „Guantanamo“ sei „das Allerletzte“ und entspreche nicht den Tatsachen, sagt der Tierparkleiter. Für derartige Äußerungen habe er keinerlei Verständnis – wenn der BUND weiter so von dem Wildpark spreche, müsse überlegt werden, ob rechtliche Schritte gegenüber dem Naturschutzverein sinnvoll seien.

Reitz kann diese Kritik nicht verstehen: Es gebe für jede Art genaue Vorschriften, wie viele Tiere sich in einem Wildpark aufhalten dürfen, auch um Überweidung zu vermeiden. „Was an Nachwuchs kommt, nehmen wir wieder raus“, sagt er. Auch eine letzte Kritik des BUND weist er zurück: Die Umweltschützer beklagen, dass die Kamerunschafe zu lange, ungepflegte Klauen hätten. Diese würden den Tieren große Schmerzen bereiten. Reitz hingegen sagt, es gebe feste Intervalle für die Pflege: Jüngst seien die Klauen gestutzt worden, den Kamerunschafen gehe es gut, ihre Klauen würden die vorgeschriebene Länge nicht überschreiten.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Dienstag, 22. März

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