Veterinäramt: Gehege entspricht den Vorschriften – Areal ist an Terrier-Club verpachtet

Kritik an Fuchshaltung

Jungfuchs: Dieses Tier lugte jetzt am Ortsrand von Frankenberg neugierig aus seinem Bau heraus. Er gehört aber nicht zu den Füchsen, die in der Schliefanlage am Tierpark gehalten werden. Foto:  Kalden

Frankenberg. „Ich kann nachvollziehen, wenn die Schliefanlage mit zwei Füchsen am Rande des Frankenberger Tierparks kritisch betrachtet wird. Glücklich sind wir mit dieser Anlage auch nicht, sie entspricht aber den rechtlichen Vorgaben.“ Mit diesen Worten reagierte am Dienstag Bettina Elsner, Fachdienstleiterin für das Veterinärwesen beim Kreisveterinäramt, auf die jüngste Kritik des BUND-Kreisverbandes Waldeck-Frankenberg.

Der hatte in einer Pressemitteilung die Haltungsbedingungen von zwei Füchsen in einer „massiv vergitterten Zwingeranlage“ am Rande des Tierparks angeprangert. „Die Anlage entspricht möglicherweise zwar den gesetzlichen Anforderungen, ist jedoch keinesfalls artgerecht“, kritisieren die Türschützer.

Dabei wiesen sie darauf hin, dass bei einem Fuchs bereits „stereotype Verhaltensstörungen“ aufgefallen seien. Der Fuchs sei pausenlos im Kreis herumgelaufen. Zudem würden zahlreiche Erdlöcher an den Zwingerecken von „vergeblichen Ausbruchversuchen des Tieres aus seiner Zwangshaltung zeugen“.

Vom Veterinäramt in Frankenberg wurden diese Verhaltsweisen allerdings anders beurteilt: Das Herumlaufen des Fuchses im Kreis sei keine Verhaltensstörung, sondern sei ein Ablauf im Bewegungsdrang des Tieres. Und das Graben seien keine Versuche des Fuchses, aus der Anlage ausbrechen zu wollen: „Das Graben der Tiere ist arttypisch“, sagte die Fachdienstleiterin. Der Zwinger sei eigens so angelegt worden, dass die Füchse dort auch graben können.

„Die Schliefanlage entspricht den Vorschriften, die Nutzung der Füchse ist rechtlich so zulässig“, sagte Bettina Elsner. Es habe auch schon entsprechende Gerichtsverfahren gegeben, nach dem Tierschutzgesetz sei nichts zu beanstanden. Das sei auch in einem Beschluss des hessischen Verwaltungsgerichtshofs vom 20. Februar 2002 so festgestellt worden.

In der Nähe der Schliefanlage zum Wildpark sieht Elsner sogar einen Vorteil für die Tiere: „Wenn die Anlage an einem anderen Standort steht, sieht keiner mehr, was dort passiert.“

Frankenbergs Bürgermeister Christian Engelhardt machte darauf aufmerksam, dass das Fuchsgehege keine Einrichtung des Wildparks sei Die Fläche sei an den deutschen Jagdterrier-Club verpachtet. (mjx)

Quelle: HNA

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