Kruzifix in Grüsener Kirche wurde restauriert

Freuen sich darüber, dass die Wand nicht mehr so nackt ist: Horst Boucsein (links) und Pfarrer Hilmar Jung. Foto: Pflug

Grüsen. Nachdem die Wand an der Stirnseite der Kirche über mehrere Jahre verweist war, ist das Kreuz wieder zurück. Dank einer großzügigen Spende konnte es restauriert werden.

Denn dem Kruzifix merkte man sein Alter an. Laut dem Kunsthistoriker Dr. Götz Pfeiffer wurde das ehemalige Altarkreuz aus Holz Ende des 15. beziehungsweise Anfang des 16. Jahrhunderts geschnitzt. Damit ist das Kreuz älter als die Kirche in der es erst auf dem Altar stand und an dessen Wand es jetzt hängt. Die wurde nämlich erst 1833 geweiht.

„Das Kreuz war in einem desolaten Zustand“, erklärt Pfarrer Hilmar Jung. Unter anderem war an vielen Stellen die Farbe abgeblättert, es bestand der Verdacht eines Holzwurmbefalls und der Jesusfigur war an der linken Hand ein Teil des Fingers abgebrochen.

Im Zuge der Umbauten in der evangelischen Kirche von 2012 bis 2013 wurde auch das Kreuz abgehangen. Bis Ende 2013 lag es im Gemeindehaus. Für die Restauration fehlte das Geld. Insgesamt 2600 Euro sollte die Restaurierung des Kreuzes kosten.

Die Mundartgruppe Sehlener Platt wollte helfen. Er habe das Kreuz schon sehr vermisst, die Wand sei ganz nackt gewesen, erklärt Initiator Horst Boucsein. Die Mundartgruppe sowie der Gemischte Chor Bunstruth hatten sich eigentlich gegründet, um das Platt lebendig zu halten. Denn das sprechen nur Leute, die vor 1960 geboren sind, sagt Boucsein. Doch man habe auch etwas für die Heimat tun wollen.

Daher wurde im vergangenen Jahr ein Benefizkonzert abgehalten, bei dem auch gleichzeitig noch einmal der 80. Geburtstag der Feuerwehr Sehlen gefeiert wurde. Der Liederabend mit allen Bunstruther Chören war gut besucht und das Geld klingelte in der Kasse. 1500 Euro konnten die Mundartgruppe und der Chor für die Restauration spenden, der Rest war ein Zuschuss der Denkmalpflege.

Man habe sich für das Kruzifix entschieden, „da wir hier zu Hause sind, das Kreuz die Reparatur dringend brauchte und das Geld fehlte“, sagte Boucsein. Das Ergebnis gefällt ihm und auch den anderen 20 Mitgliedern der Mundartgruppe und des Chores.

Historischer Charakter 

Bei der Restauration sei darauf geachtet worden, dem historischen Charakter des Kreuzes treu zu bleiben, erklärt Pfarrer Jung. Daher erstrahlt es auch nicht im dem leuchtenden Türkis, das viele Elemente der Kirche dominiert, sondern die Farben sind gedämpfter. Nicht nur der Pfarrer und Horst Boucsein sind froh, dass das Kruzifix wieder hängt, auch die Gemeinde habe das Kreuz vermisst. Während der Konfirmation habe ihn jemand angesprochen, der selbst einst Konfirmand war. Er fragte nach dem Kreuz. „Mir als Pfarrer, der so häufig in der Kirche ist, fällt das gar nicht so auf. Er aber sagte: Hier fehlt etwas.“ Jetzt nicht mehr.

Quelle: HNA

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