Nach Wahlsieg: Interview mit  Landrat Reinhard Kubat

Jubel: Dr. Reinhard Kubat (links) nach dem Sieg im Kreishaus. Foto: Müller

Waldeck-Frankenberg. Der Tag nach der Landratswahl. Wir erwischen Dr. Reinhard Kubat am Telefon in seinem Garten in Marienhagen, er hat sich frei genommen, grillt mit seiner Familie, im Hintergrund kräht tatsächlich ein Hahn.

Herr. Dr. Kubat, wie haben Sie ihren Wahlsieg gefeiert?

Kubat: Mit vielen Freunden, Unterstützern und Familie auf unserem Hof in Marienhagen. Die Nachbarn haben Raketen steigen lassen. Es war einfach toll und ging bis zwei Uhr, glaube ich (lacht).

2009 waren sie eher Außenseiter und haben gewonnen, nun als Amtsinhaber Favorit: War der Druck diesmal größer?

Kubat: Die Situation war eine ganz andere. Ich war jetzt als Landrat in einer Verteidigerrolle und musste auch Argumenten standhalten, die nicht immer ganz fair waren. Da muss man sich erst einmal behaupten - und das habe ich geschafft.

Sie treffen nach dem Wahlkampf bald wieder im Alltag der Kreispolitik auf Ihren Herausforderer. Wie wird das?

Kubat: Von meiner Seite ein ganz normaler Umgang, und so, wie ich Karl-Friedrich Frese einschätze, für ihn auch.

Nach der Wahl: Welches Projekt gehen Sie direkt an? 

Kubat: Neben einigen Dauerbrennern in der Kreispolitik ist mit der Kur- und Rehabereich sehr wichtig. Ich möchte die Rahmenbedingungen für die Kliniken in diesem Bereich verbessern, mich für Bad Wildungen und Bad Arolsen einsetzen und viele Unterstützer gewinnen. Allein kann ich das nicht schaffen, aber ich möchte den Anstoß geben. Und: Ich möchte, dass für Schloss Bergheim eine vernünftige Nutzung gefunden wird.

Ihre erste Amtszeit war nicht immer leicht. Wird die zweite einfacher? 

Kubat: Ganz ehrlich: Ich wünsche niemanden, manche Phasen meiner ersten Amtszeit erlebt zu haben. Gerade den Anfang, als ich ein riesiges Defizit und die Hinterlassenschaften der Amtsführung Helmut Eichenlaubs vorfand. Ich kam zudem aus einer kleinen Verwaltung, in viele Dinge musste ich mich erst einarbeiten. Aber ich glaube, ich habe das alles gut hinbekommen. Jetzt bin ich überall sattelfest und gehe mit diesem Wahlergebnis total gestärkt und viel gelassener in meine zweite Amtszeit.

Apropos Wahlergebnis: War es für Sie überraschend? 

Kubat: Es gab Überraschungen. Ich habe Orte gewonnen, wo eigentlich die CDU ihre Stärken hat. Volkmarsen war genial! Und ich habe alle Mittelzentren gewonnen, das ist schon ein Wort.

Sie trugen im Wahlkampf immer rote Schnürsenkel. Ist das ein politisches Statement? 

Kubat: Null, das ist gar nix (lacht). Das hat wirklich nichts mit Politik zu tun. Aber ich finde es lustig, dass viele Leute das so interpretieren und mich darauf ansprechen. Aber die schlichte Wahrheit: Das hat mir ganz einfach gefallen, deshalb trage ich die Schuhe so.

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Quelle: HNA

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