Naturschutzjugend Frankenberg lud zur Pilzexkursion mit Dr. Tippmann ein

Kuhmaul und Glucke

Im Burgwald entdeckt: Der Klebrige Hörnling, als Ziegenlippe bekannt, ist schön, aber ungenießbar.

Frankenberg/Burgwald. Der herbstliche Tisch des Burgwalds ist reich gedeckt, wenn man sich auskennt – sonst kann es gefährlich werden. Zum genaueren Kennenlernen der Pilze wollte die Frankenberger NABU/Naturschutzjugend beitragen, indem sie zu ihrer bereits Tradition gewordenen Exkursion mit dem Pilzexperten Dr. Ekkehardt Tippmann einlud.

Vom Treffpunkt Ederberglandhalle fuhren die Teilnehmer in Fahrgemeinschaften in den Burgwald zwischen Rosenthal und Roda, wo sie bald fündig wurden. Dabei gab es durchaus schon ein Angebot für fortgeschrittene Pilzsammler: Über 50 Pilzarten entdeckten die Exkursionsteilnehmer auf dem Waldboden, darunter auch einige mit solch bildhaft klingenden Namen wie „Krause Glucke“, „Strubbelkopf“ oder „Kuhmaul“. Dr. Ekkehardt Tippmann (Frankenberg), Apotheker im Ruhestand und ausgewiesener Pilz-Fachmann, vermittelte während des Waldspaziergangs und beim anschließenden Sortieren der Funde am Landgrafen-Rastplatz „Herrenbänken“ Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen viel Wissenswertes über die größten Lebewesen der Welt.

Denn: Sie begegneten auch den Früchten solcher Pilze, deren Myzel im Boden riesige Flächen bilden kann. Der Rand wird häufig durch die Fruchtkörper markiert, die einen „Hexenring“ bilden.

Pilze gehören weder zu den Pflanzen noch zu den Tieren, sondern bilden eine eigene Organismengruppe, erfuhren die Gäste der Naturschutzjugend. Sie vermehren sich mit Staub und Sporen und bestehen meist zu 90 Prozent aus Wasser. Die Exkursionsteilnehmer sortierten die von ihnen gefundenen Exemplare in einzelnen Gruppen: Lamellen oder Röhrenpilze, Boviste oder Ziegenbärte.

Verwendung in der Küche

Dr. Tippmann nahm die Bestimmung vor und erläuterte ihre Verwendung in der Küche. „Fast alle Röhrenpilze kann man essen“, sagte der Fachmann. Er warnte vor dem Gallenröhrling, der mit seinem bitteren Geschmack eine ganze Mahlzeit verderben kann. Der Hexenröhrling sei roh gegessen giftig. Besonders häufig fanden die Teilnehmer das „Kuhmaul“, ein graubrauner Pilz mit schleimigem Überzug. Auch Maronen und Butterpilze waren gut vertreten.

Einen ausgeprägten Geruch verbreitete der giftige Anis-Trichterling. Im Nadelwald entdeckte Tippmann auch den echten Pfifferling. Frederik Christmann gehörte zu den Glückpilzen: Er fand eine stattliche Krause Glucke.

Pilzexperte Ekkehard Tippmann empfahl, nur solche Pilze zu sammeln, du man eindeutig bestimmen kann. Er gab darüber hinaus Tipps, wie sie statt der sofortigen Zubereitung auch eingefroren, sauer eingelegt oder getrocknet werden können. (zve)

Quelle: HNA

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