Landrat Kubat verabschiedete Pflegeeltern Brigitte und Heinz Eckel in Willersdorf

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Wohlverdienter Ruhestand: Heinz und Brigitte Eckel aus Willersdorf (vorne Mitte) haben rund 25 Jahre lang Pflegekinder betreut. Jetzt wurden sie von Landrat Dr. Reinhard Kubat (Dritter von rechts) offiziell verabschiedet. Im Bild außerdem (hinten von links) Claudia Meyer und Carmen Debus-Schäfer vom Fachdienst Jugend, Tochter Sabine Grauling, Pflegesohn Marcel und Pflegetochter Beta, Erhard Truß vom Fachdienst Jugend, Ingeborg Worratz sowie (vorne von links) „Pflegeenkelin“ Alina und Enkeltochter Jule. Foto: Battefeld

Willersdorf. Warmherzig, flexibel und praktisch veranlagt – so kann man die Willersdorferin Brigitte Eckel beschreiben: Zusammen mit ihrem Ehemann Heinz hat sie in den vergangenen 25 Jahren insgesamt 256 Pflegekinder liebevoll aufgenommen und versorgt. Jetzt will das Ehepaar, das dem Jugendamt des Landkreises als sogenannte Bereitschaftseltern Tag und Nacht auf Abruf zur Verfügung stand, ab 1. Juli kürzer treten. Von Landrat Dr. Reinhard Kubat wurden sie in den Ruhestand verabschiedet.

„Ich habe mitgeteilt bekommen, welche segensreiche Arbeit sie übernommen haben“, sagte Kubat. Er dankte Brigitte und Heinz Eckel, die neben drei eigenen erwachsenen Kindern auch noch fünf feste Pflegekinder haben, für ihre Arbeit. Leider gebe es im Landkreis nur sechs Familien, die Kinder in Pflege übernehmen, bedauerte der Landrat: „Hätten wir nur ein paar mehr davon.“

Eckels seien mit die ersten im Landkreis gewesen, die Bereitschaftspflege gemacht haben, erinnerte Carmen Debus-Schäfer vom Fachdienst Jugend des Landkreises. „Ihr seid mit Herzblut dabei und seid den leiblichen Eltern immer auf Augenhöhe begegnet“, lobte sie. Es habe viel zu lachen gegeben, aber auch manche Träne. „Ihr habt immer alles dafür getan, dass die Kinder wieder den Weg zurück in die Familien gefunden haben“, sagte Debus-Schäfer.

Neue Pflegekinder habe sie mitunter ganz schnell bekommen, berichtet Brigitte Eckel. Dann habe sie am Telefon immer gesagt: „Gebt mir nur fünf Minuten, damit ich einen Waffelteig backen kann.“ Damit habe sie die Neuankömmlinge dann begrüßt. „Das Wichtigste ist immer das Essen“, so Eckel, die mit Leib und Seele Pflegemutter ist. Auch die Unterbringung der Kinder sei nie ein Problem gewesen. Das Haus sei nach und nach vergrößert worden. Zeitweise habe sie bis zu neun Kinder auf einmal gehabt. Ohne die Unterstützung ihrer Familie sei das alles aber nicht möglich gewesen, betont Brigitte Eckel. Großen Rückhalt habe es auch im Ort gegeben: „Ganz Willersdorf hat immer hinter mir gestanden.“

Ihr Traum sei eigentlich ein SOS-Kinderdorf gewesen. Dann habe sie aber früh geheiratet und zunächst Landwirtschaft betrieben – und drei eigene Kinder großgezogen. Als Tochter Sabine elf Jahre alt war und ihre Söhne 21 und 23 habe sie dann – nachdem sie zunächst ein Jahr als Tagesmutter gearbeitet hatte – die ersten Pflegekinder aufgenommen. Einige von denen wohnen immer noch bei ihr. „Trotz der vielen Arbeit habe ich es immer gerne gemacht“, betont sie mit einem strahlenden Lächeln.

Wichtig sei, dass man ein Herz für Kinder habe und auch bereit sei, mit den Herkunftsfamilien zusammen zu arbeiten. Zur Zeit betreuen die Eckels noch drei Kinder, eines davon ist ein erst wenige Wochen alter Säugling. „Das mit den Kindern ist mein Traum.“ Der Mitarbeiterin des Jugendamtes bietet sie an: „Wenn es eng wird: Eines würde ich nochmal nehmen.“

Quelle: HNA

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