Landratswahl in Marburg-Biedenkopf:   Drei starke Kandidaten

Marburg. Geht es nach der Umfrage des Marburger Uni-Instituts für Politikwissenschaft, heißt die neue Landrätin des Kreises Marburg-Biedenkopf wahrscheinlich Kirsten Fründt (SPD). Allerdings sind noch die Hälfte der Befragten unentschlossen. Und noch wichtiger:

Die Online-Umfrage, an der 850 Männer und Frauen teilnahmen, ist nicht repräsentativ. Sie wurde nämlich fast ausschließlich unter Studierenden und Mitarbeitern der Philipps-Universität erhoben.

Folglich erreichen Grüne und Linke Traumwerte: Mehr als 28 Prozent der Befragten neigen der Umweltpartei zu, zehn Prozent den Linken, 23 Prozent der SPD, 14,6 Prozent der CDU. Bei der Frage nach der Entscheidung für den zukünftigen Landrat stimmten 16 Prozent für Kirsten Fründt (SPD), 13,6 Prozent für Karsten McGovern (Grüne), knapp sieben Prozent für Marian Zachow (CDU) und vier Prozent für Kai-Uwe Spanka (parteilos).

Mehr als die Hälfte der Befragten kreuzte indes "bin noch unentschieden", "weiß nicht" oder "werde ungültig stimmen" an. "Bei dieser Wahl ist noch alles offen", sagt die Politikwissenschaftlerin Tina Lenz, die das Seminar zum Thema leitet.

Nach fast 18 Jahren im Amt tritt der bisherige Landrat Robert Fischbach (CDU) von Marburg-Biedenkopf aus Altersgründen nicht mehr an. Bis 1995 stellten die Sozialdemokraten viele Jahre den Landrat. Am 8. September hoffen nun sieben Kandidaten auf ihre Chance: Schon lange in der Kreispolitik bekannt ist Vize-Landrat Karsten McGovern (Grüne), der seit zwölf Jahren in einer Koalition mit der CDU steckt. Der 49-Jährige hofft darauf, bei einer zeitgleich mit der Bundestagswahl stattfindenden Stichwahl entweder die Stimmen der SPD- oder der CDU- Wähler für sich zu gewinnen.

Die Sozialdemokratin Kirsten Fründt (46) hat eine sympathische Ausstrahlung, kämpft aber mit dem Nachteil der Ersatzkandidatin. Die Marburger Sportamtsleiterin wurde erst im Juni nominiert, nachdem der vorherige SPD-Kandidat, der Amöneburger Bürgermeister Michael Richter-Plettenberg, seine Bewerbung mitten im Wahlkampf völlig überraschend zurückzog. Die CDU schickt den Calderner Pfarrer Marian Zachow ins Rennen. Der 33-Jährige wirbt mit "Schulden runter, Ideen rauf".

Eine Chance wird auch dem Wetteraner Bürgermeister Kai-Uwe Spanka (parteilos) eingeräumt. Allerdings ist der 49-Jährige nur in Teilen des Landkreises bekannt. Als chancenlos gelten die 32-jährige Studentin Anna Hofmann (Linke), der 48-jährige CNC-Fräser Jens Fricke (Piraten) und der 43-jährige Sozialhilfeempfänger Mirco Rosenberger (Anarchistische Pogo-Partei).

Von Gesa Coordes

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Quelle: HNA

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