Wangershausen

Landschaftspflege mit Rotem Höhenvieh

- Frankenberg-Wangershausen (sr). Im Rahmen des Landschaftspflegeprojektes „Goldbachtal“ präsentierten der NABU Hessen und der Verein „Freunde des Goldbachtales“ am Mittwoch den Vieh-Unterstand mit Futterlager.

Seit 18 Monaten weiden in dem idyllischen Waldtal bei Wangershausen Rinder der bedrohten Haustierrasse Rotes Höhenvieh. „Die Beweidung des Goldbachtals zeigt vorbildlich, wie engagierte Naturschützer, Landwirte, Förster und Grundstückseigentümer in der Landschaftspflege zusammenarbeiten und damit dem Erhalt der biologischen Vielfalt dienen“, sagte NABU-Landesgeschäftsführer Hartmut Mai über den Erfolg des Projektes.

Für den Bau des für eine ordnungsgemäße Landwirtschaft notwendigen Vieh-Unterstandes hat der NABU Hessen 43000 Euro aus eigenen Verbandsmitteln bereit gestellt. Mai betonte, dass keine öffentlichen Fördergelder geflossen seien. Mit der Beweidung auf 25 Hektar wird das Waldwiesental bei Wangershausen rund drei Kilometer entlang des Goldbachs offen gehalten, um wertvolle Feuchtwiesen mit Orchideenbeständen zu schützen und zu pflegen. Eine im Rahmen der Eröffnung des Vieh-Unterstandes neu angebrachte Hinweistafel und ein Schaukasten informiert Spaziergänger und Wanderer über die „lebendige Landschaftspflege im Goldbachtal“. Mai hob die landesweite Bedeutung des Projektes hervor. „Ein Beitrag zum Erhalt unserer Heimat“, sagte der aus Wega stammende Landesgeschäftsführer.

Karl-Werner Iske, zweiter Vorsitzender des Vereins „Freunde des Goldbachtales“, erläuterte den Zustand des Tales vor der Beweidung: „Viele Flächen waren brachgefallen und drohten zu verbuschen“. Im Herbst 2008 hatten sieben Interessierte auf der Karlsburg den Verein gegründet. Danach haben sie mehr als 60 Flurstücke von 26 Eigentümern gepachtet, mehr als sieben Kilometer Zaun gezogen und dafür 1800 Pfosten eingeschlagen. Die ersten Tiere wurden durch Mitglieder des Vereins privat finanziert. Das Winterfutter wird auf weiteren fünf Hektar Wiesen in der Wangershäuser Feldgemarkung geworben. Für Ernst Paulus, Vorsitzender der „Freunde des Golbachtals“ und Mitinitiator Günter Faust vom NABU Frankenberg spielt außer dem Landschafts- und Artenschutz auch der Erhalt der seltenen Haustierrasse „Rotes Höhenvieh“ eine wichtige Rolle. „Wir wollen dem Roten Höhenvieh, das früher in den Mittelgebirgen überall vorkam, im Goldbachtal eine neue Heimat geben“, sagte Karl-Werner Iske, der das Projekt vorstellte.

Der Landtagsabgeordnete und ehemalige Umweltminister Wilhelm Dietzel freute sich über die Renaissance des Rotviehs, das er als Kind selbst noch auf dem eigenen Hof erlebte. Er verwies auf das landesweite Förderprogramm zur Erhaltung alter Rinderrassen. NABU-Kreisverbandsvorsitzender Heinz-Günther Schneider erinnerte an ganz andere Pläne vor gut zwei Jahrzehnten für das Goldbachtal: „Vom geplanten WAA-Standort über die Wiesenbrache jetzt zum Roten Höhenvieh“. Weitere Grußworte sprachen Frankenbergs Erste Stadträtin Irmtraud Liebelt und die BUND-Kreisvorsitzende Viola Wagner.

Frank Seumer, Vorsitzender der NABU/Naturschutzjugend Frankenberg, überreichte drei Westen mit Rotem Höhenvieh-Motiv an die fleißigsten Vereinsmitglieder Ernst Paulus, Heinz Zahn und Manuel Dersch. Im Goldbachtal geben erfahrene ehemalige Landwirte ihr wertvolles Wissen an jüngere Interessierte weiter.

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