A4-Lückenschluss war Thema in Frankenberg

Wahlforum: Landtagskandidaten diskutierten über Fernstraße B508n

+
Podiumsrunde: (von links) Jürgen Frömmrich (Grüne), Claudia Ravensburg (CDU), Moderator Klaus Brill, Dr. Daniela Sommer (SPD) und Christopher von Bormann (FDP).

Frankenberg. Am 28. Oktober ist Landtagswahl in Hessen. Deshalb hatte der Arbeitskreis der Wirtschaft für Kommunalfragen Frankenberg zu einem Wahlforum in das Hotel „Die Sonne Frankenberg“ eingeladen.

Auf dem Podium wollte Moderator Klaus Brill (Ellershausen) am Montagabend vier Politikern von vier großen Parteien auf den Zahn fühlen: Jürgen Frömmrich (Grüne), Claudia Ravensburg (CDU) und Dr. Daniela Sommer (SPD) – im Frankenberger Land und in der heimischen Wirtschaft vertraute Namen und bekannte Gesichter. Und alle aktuell mit Sitz im hessischen Landtag.

Einer aus dem eingeladenen Quartett fehlte allerdings: Stefan Schraps (FDP) aus Bad Wildungen – offenbar wegen einer Terminkollision. Für ihn sprang sein Parteikollege Christopher von Bormann in die Bresche, FDP-Fraktionsvorsitzender im Frankenberger Stadtparlament.

„Das Interesse ist groß“, kündigte AFK-Vorsitzender Klaus Gantner schon bei der Begrüßung der „stattlichen Runde“ an. „Ein Jahr nach der Bundestagswahl werden die politischen Kräfteverhältnisse auf die Probe gestellt“, maß der AFK-Vorsitzende der Landtagswahl eine große Bedeutung bei: „Das schwarz-grüne Regierungsbündnis kann sich aktuell nicht unbedingt auf eine neue Mehrheit verlassen.“

Gantner interessierten daher insbesondere Fragen zur heimischen Region: zur Infrastruktur, zur Wirtschaftsförderung, zur Inneren Sicherheit und zur Förderung des ländlichen Raums. „Es ist diesmal eine besondere Art der Landtagswahl“, merkte auch Klaus Brill an: „Es wird am Wahlabend lange Gesichter geben“, machte der Journalist und Moderator die anschließende Diskussion noch eine Spur spannender. 

Einen breiten Raum in der Gesprächsrunde nahm die „Bundesstraße B508n“ ein, die früher einmal angedachte Fortsetzung der Autobahn A4 zwischen Olpe, dem Frankenberger Land und dem Hattenbacher Dreieck: „Das ist das wichtigste Thema heute Abend, das genießt heute das größte Interesse“, meinte Moderator Klaus Brill. 

„Wir brauchen diese Bundesstraße nach wie vor, uns fehlen die großen Verkehrsachsen. Nach Westen ist die Anbindung eine Katastrophe“, betonte Ravensburg. Es stünden zunächst aber noch dringlichere Projekte an, beispielsweise die Sanierung von Autobahnbrücken: „Ohne Brücken kommt kein Lastwagen von A nach B. Und wir können nicht alles auf einmal machen.“ Es müsse aber weiter an der B508N gearbeitet werden: „Hier wollen wir dringend für Beschleunigung sorgen.“ 

„Wir wollen nicht die Taube auf dem Dach, wir haben auch in Waldeck-Frankenberg eine Menge Umgehungsstraßen, die gebaut werden müssen“, gab Jürgen Frömmrich zu bedenken: „Das andere ist Wunschkatalog.“ 

Mit diesen Antworten wollte sich AFK-Vorsitzender Klaus Gantner nicht zufriedengeben: „Die B508n ist ein Auftrag“, betonte er die Forderung aus der Wirtschaft. Diese Bundesstraße könne nicht in einem Abgesang enden. Ravensburgs Antwort: „Die B508n ist keineswegs vom Tisch.“ Ziel sei es, „diese Straße auch auszubauen“. 

„Auch wir wollen Lückenschlüsse“, sagte Sommer – dafür müssten aber die Planungskapazitäten in Hessen erheblich vergrößert werden. „Was unsere Infrastruktur gefährdet, sind unfundierte ökologische und eher ideologische Bedenken“, sagte Christopher von Bormann. Das Geld sei vorhanden.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare