Neues Punktesystem ab 1. Mai 2014

"Lappen" ist bei acht Punkten weg

Frankenberg - Handy am Ohr, gefährliche Überholmanöver oder viel zu schnell gefahren: Seit 40 Jahren bringen Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung Punkte, die in der Verkehrssünderdatei gespeichert werden. Am 1. Mai greift eine Reform - ab dann ist der Führerschein künftig schon bei acht Punkten weg.

Für viele Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten im Straßenverkehr gibt es ab Freitag weniger Punkte in der Verkehrssünderdatei in Flensburg. Allerdings ist der Führerschein auch schon bei 8 Punkten weg. 40 Jahre lang galt bis heute: Mit 18 Punkten ist der „Lappen“ weg. „Für die Autofahrer wird es mit dem neuen Punktesystem nicht besser“, sagt der Frankenberger Fahrlehrer Wilfried Garthe. Jedes Delikt werde rund 20 Euro teurer. „Allerdings sind wir in Deutschland noch am unteren Ende der Preisskala.“ In der Schweiz koste etwa jeder Stundenkilometer Geschwindigkeit zu viel zehn Euro. In Deutschland sind bei außerorts zehn Stundenkilometer zu viel auf dem Tacho insgesamt zehn Euro fällig.

Bisher zählten Strafen bis 35 Euro als Verwarnungsgeld, nach der neuen Regelung sind auch 55 Euro noch eine Verwarnung. Bußgelder gehen bei 60 Euro los. Die neue Regel ist schnell zusammengefasst:

Einen Punkt in Flensburg gibt es bei Ordnungswidrigkeiten, die die Verkehrssicherheit beeinträchtigen. Dieser Punkt bleibt zweieinhalb Jahre in der Kartei stehen, bevor er gelöscht wird.

Zwei Punkte werden notiert, wenn ein Fahrer die Verkehrssicherheit sehr stark beeinträchtigt hat oder Straftaten mit Bezug auf die Verkehrssicherheit begangen hat - den Führerschein jedoch behalten darf. Diese Punkte werden nach fünf Jahren gelöscht.

Drei Punkte gibt es, wenn bei einer Straftat der Führerschein entzogen oder eine Sperrfrist verhängt wird. Zehn Jahre bleiben diese Punkte stehen.

Garthe erklärt die „Punkte-Uhr“: „Bei einem bis drei Punkten ist man in der Stufe Null. Dann darf man auch noch Begleitperson beim begleiteten Fahren sein.“ Bei vier bis fünf Punkten kommt die Ermahnung und die Information darüber, wie Punkte abgebaut werden können. „Einmal in fünf Jahren kann ein Seminar besucht werden. Damit wird ein Punkt getilgt“, erklärt der Fahrlehrer.

Bei sechs bis sieben Punkten rutscht der Fahrer in Stufe zwei, bekommt eine Verwarnung. Ein Seminar darf er besuchen, bekommt aber keine Punkte mehr gestrichen. Bei acht Punkten ist künftig der Führerschein weg. „Nach Ablauf der Sperrfrist steht eventuell eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) an“, sagt Gar­the. „Das entscheidet die Führerscheinstelle.“ Wenn der Führerschein wegen Alkoholdelikten entzogen wurde, dann gebe es garantiert eine solche MPU.

Den kompletten Artikel lesen Sie am Mittwoch in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung.

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