Kirchhain

Lastwagen rammt Autos und Hauswand

- Kirchhain. Ein 39-jähriger Lkw-Fahrer erlitt am Samstagmorgen in Kirchhain einen Schwächeanfall. Sein Fahrzeug fuhr durch die Pestalozzistraße und schob vier Autos zusammen.

Der erste Anrufer meldete Polizei und Feuerwehr am Samstagmorgen gegen 7.15 Uhr, ein Lastzug sei in die Bäckerei in der Pestalozzistraße gerast. Glücklicherweise stimmte diese Meldung nicht ganz. Der Lastzug fuhr nur wenige Meter an der Bäckerei vorbei, prallte allerdings vor das Vordach eines Wohnhauses an der Ecke Erlenstraße und Pestalozzistraße.

Der 39-Jahre alte Fahrer hatte offenbar das Bewusstsein verloren. Sein Fahrzeug war völlig unkontrolliert unterwegs. Der Laster fuhr auf der Frankfurter Straße, als der Fahrer seinen Schwächeanfall erlitt. An der Einmündung Kasseler Straße überfuhr der Lastzug eine Verkehrsinsel, rammte ein Verkehrsschild und fuhr in die Pestalozzistraße hinein. Dabei schrammte der Auflieger an der Hauswand einer Werkstatt entlang, beschädigte die Mauer und riss ein Werbeschild ab. Danach prallte das Führerhaus auf das erste von vier am Fahrbahnrand abgestellte Autos. Der Lkw schob die Fahrzeuge in sich zusammen. Allein den Schaden an den Autos schätzt die Polizei auf mindestens 80 000 Euro.

Dann zog der Lastzug der Unfallspur nach zu urteilen leicht nach links um schließlich einen Gartenzaun niederzuwalzen und vor dem Hauseingang zum Stehen zu kommen. Während der Fahrt an der Hauswand entlang riss die Außenhülle des Aufliegers auf. Der Laszug hatte Schokoriegel aus Stadtallendorf geladen. Einen kleiner Teil der süßen Fracht landete auf der Fahrbahn.

Wie schnell der Lastzug in die Pestalozzistraße hineinfuhr, konnte die Polizei am Wochenende noch nicht ermitteln. Der elektronische Fahrtenschreiber muss noch ausgewertet werden, was mit Aufwand verbunden ist. Die klassische Tachoscheibe gibt es bei modernen Fahrtenschreiben nicht mehr. Bis Klarheit in dieser Frage herrscht, kann es laut Polizei noch einige Tagen dauern.

In der Bäckerei Schubert herrschte zum Zeitpunkt des Unfalls schon Betrieb. „Wir hörten den Krach und sahen dann schon den Lastwagen am Geschäft vorbeifahren“, schilderte eine Mitarbeiterin der Bäckerei ihre Erlebnisse. Bei der Bäckerei herrscht besonders samstagsmorgens um diese Zeit schon Hochbetrieb, Kunden stehen oft bis auf den Parkplatz. Das war zum Zeitpunkt des Unfalls glücklicherweise nicht der Fall.

Gleich nach dem Aufprall kümmerten sich noch vor Ankunft von Rettungsdienst und Feuerwehr Passanten und Mitarbeiter der Bäckerei um den Fahrer. Sie mussten sich zunächst einen Weg zu ihm bahnen, das Führerhaus war durch einen Ast blockiert. Ein Rettungswagen brachte den Mann, der keine äußeren Verletzungen erlitt, in ein Krankenhaus. Der 39-Jährige stammt aus dem Schwalm-Eder-Kreis. „An einem Werktag wären Grundschulkinder auf der Fahrbahn gewesen. An die Folgen mag man nicht denken“, sagte Polizeisprecher Jürgen Schlick am Unfallort.

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