HNA testete Elektro-Auto der Stadt mit überraschenden Ergebnissen

Auf lautlosen Rädern

Frankenberg. Irgendwo in Allendorf-Eder ging es plötzlich aus. Es rollte noch etwas und kam dann zum Stillstand. Das Elektro-Auto der Stadt Frankenberg. Ansonsten hat es aber überzeugt. Die HNA machte den Test und setzte sich ans Steuer des kleinen Flitzers. Im August gilt noch ein Schnupperangebot für Einheimische. Für 19 Euro am Tag ist das Auto zu mieten. Beim Test mit dabei war auch Silvia Fries von der Ederbergland-Touristik, die das Fahrzeug an Touristen vermietet (Kontakt: 06451/717672).

Die Stadtfahrt: In der Stadt kann das Auto seine Stärken voll ausspielen. Es ist klein und wendig, Parklücken sind kein Problem. Die Beschleunigung ist für die Stadt hervorragend. Sehr gut

Die Landesstraße: Während das Fahrzeug in den ersten Gängen noch stark beschleunigt, schwächt sich dieser Effekt mit jedem höheren Gang doch stark ab. 130 km/h beträgt die Höchstgeschwindigkeit. Für die Landesstraße aber mehr als ausreichend.

Sehr gut

Die Bedienung: Hier treten die ersten Probleme auf, zumindest für einen ungeduldigen Fahrer, wie den HNA-Autotester. Es ist schwer festzustellen, ob das Auto an oder aus ist. Denn es ist überhaupt kein Geräusch zu hören. Außerdem verfügt das Auto über keine Drehzahlanzeige. „Der Fahrer braucht schon ein wenig Fingerspitzengefühl“, sagt Fries.

Gut

Aufladen, statt Tanken: Während beim Tanken nur der Tankdeckel geöffnet werden muss, wird es beim Elektro-Auto kompliziert. Zuerst wird der Tankdeckel geöffnet. Dann der Kofferraum. Darin befindet sich das Ladekabel. Dann muss das Auto abgeschlossen werden. Denn sonst kann man das Ladekabel nicht anschließen. Das größte Problem stellt aber die lange Aufladezeit dar.

Nach etwa 120 Kilometern ist Schluss und das Auto muss komplett aufgeladen werden. Das dauert zehn Stunden. Schneller geht es mit einer Schnell-Ladung. Die ist in dem Auto aber nicht eingebaut.

Ausreichend

Platz: Ein Einkauf ist mit dem Fahrzeug möglich. Ein Großeinkauf nicht. Der Kofferraum ist dafür zu klein.

Befriedigend

Ein Malheur: In Allendorf blieb das Auto im Wohngebiet plötzlich stehen. Der Grund blieb unklar. Nach einigen Minuten sprang das Auto allerdings wieder an. Warum, auch immer.

Ein Überbrückungsversuch ist für das Elektro-Auto nutzlos. Die Motorhaube lässt sich aus Sicherheitsgründen erst gar nicht öffnen.

Fazit: Insgesamt macht das Auto einen kompakten, sicheren und gewöhnlichen Eindruck.

Überholversuche auf der Landesstraße sind möglich, aufgrund der geringen Endbeschleunigung aber nicht wirklich ratsam. Für den Stadtverkehr ist es ein perfektes Auto. Der Stromverbrauch lag bei einer etwa einstündigen Fahrt bei 20 Prozent. Allerdings: „Nun ja, stromsparend sind Sie nicht gefahren“, sagt Silvia Fries dem Reporter.

Von Daniel Schneider

Quelle: HNA

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