Interview mit Pfarrer Karl-Günter Balzer:

Das Leben auf dem Land und die Rolle der Kirche

Karl-Günter Balzer

Frankenberger Land. Karl-Günter Balzer ist neuer „Pfarrer im Dienst auf dem Lande“ im Kirchensprengel Waldeck/Marburg.

Anlässlich seines Einführungsgottesdienstes am Samstag in der Liebfrauenkirche hat er eine Gesprächsrunde organisiert, in der es um Leben auf dem Land und demografischen Wandel geht.

Wir haben mit Balzer schon vorher darüber gesprochen, welche Rolle die Kirche heute noch auf dem Land spielt und wie für ihn die Kirche der Zukunft aussieht. Für ihn steht fest: „Die Kirche liegt noch mitten im Dorf. Und da gehört sie auch hin.“

Herr Balzer, wie muss man sich die Arbeit eines Pfarrers vorstellen, der für das „Leben auf dem Land“ zuständig ist?

Balzer: Er pflegt den Kontakt zu Verbänden und Akteuren, die sich für das Dorf einsetzen. Das Zusammenleben der Menschen ist ihm wichtig, ebenso die Entwicklung der Dörfer und Regionen. Er organisiert Veranstaltungen, Vorträge und Dorfwochen, moderiert in Konflikten und unterstützt die Kirchengemeinden vor Ort. Und er ist nicht für das Leben auf dem Lande zuständig, sondern will beim Zusammenleben unterstützen.

Nach Ihrem Einführungsgottesdienst wird es eine Podiumsdiskussion zum Thema Landleben geben. Wieso muss über dieses Thema gesprochen werden?

Balzer: Es soll eigentlich mehr ein Talk, also ein lockeres Gespräch, sein. Ich habe Menschen eingeladen, die das Dorf aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachten, zum Beispiel eine Jugendliche, einen Jungbauern, eine Zugezogene, einen Journalisten und einen Dorfprofessor.

Hat sich die Kirche in der Vergangenheit zu wenig an solchen Diskussionen beteiligt?

Balzer: Nein. Ich arbeite in einem Team und das beschäftigt sich seit Jahren mit diesen Themen.

Prof. Dr. Gerhard Henkel wird am Samstag einen Vortrag halten mit dem Thema „Das Schöne und das Schwere im Leben auf dem Land“. Was ist aus Ihrer Sicht das Schöne und das Schwere am Landleben?

Balzer: Schön: Die Natur, der Zusammenhalt und das Feiern. Wenn das Dorf schön liegt, die Ruhe. Und natürlich die vielen schönen Dorfkirchen. Schwierig: Das lahme Internet. Manchmal machen sich die Leute in den Dörfern das Leben gegenseitig schwer. Wenn sich ein Bauer mit einem Jogger um das Recht streiten muss, einen Feldweg zu befahren, ist das einfach nur ärgerlich.

Welche Rolle spielt die Kirche heute noch in unseren Dörfern?

Balzer: Auch wenn’s manche nicht so sehen: Sie liegt immer noch mitten im Dorf. Und da gehört sie auch hin.

Von Jörg Paulus

Das vollständige Interview lesen Sie in der gedruckten Mittwochsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare