Mehr zum Thema: Thomas Figge neue Revierförster – Klimawandel zu spüren

Ein Leben für den Wald

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Im Wald fühlt er sich wohl: Revierförster Thomas Figge vor einem aufgrund von Sturmschäden umgefallenen Baum im Naturwald-Reservat im Revier Roda. Foto: Stehr

Burgwald. „Dieser Beruf ist eine emotionale Angelegenheit. Privatleben und Dienst verschmelzen miteinander“, sagt Thomas Figge über seine neu Aufgabe als Revierförster der Försterei Roda.

Seit Mai hat der 48-Jährige diese Position inne. Zuvor war er 21 Jahre Büroleiter im Forstamt Burgwald. „Aber ich wollte raus auf die Platte“, nennt er einen Grund, warum er nach der Pensionierung von Helmuth Gerke dessen Stelle übernahm.

Seinen Aufgaben sind vielschichtig. Es gilt den Wald zu bewirtschaften und zu verjüngen. Aber auch Waldschutz und Pflege gehören zu seinen Aufgaben. „Wichtig ist, das richtige Maß zwischen Ökonomie und Ökologie zu finden“, erklärt Figge. „Holz ist ein nachwachsender Rohstoff und wird in der Zukunft wahrscheinlich immer wichtiger werden. In Deutschland leben rund zwei Millionen Menschen von der Holzindustrie.“

Über 2000 Hektar Fläche hat sein Revier. Doch er ist nicht nur im Wald anzutreffen. „Etwa zwei Stunden der täglichen Arbeit fallen im Büro an, zwei weitere Stunden verbringe ich im Auto“, erklärt der zweifache Familienvater.

„Wir spüren am Wald, dass sich das Klima verändert.“

Thomas Figge

Er ist fasziniert von „der Welt, neben der Welt der Menschen“. Figge beschreibt das so: „Es ist etwas Besonderes, eine Wildkatze zu sehen. Danach sieht man ein solches Tier fünf Jahre lang nicht mehr, bemerkt nur ab und an seine Spuren.“

Zur Besonderheit der Försterei Roda zählt eine etwa 100 Hektar große Fläche, die als Naturwald-Reservat angelegt ist. „Diese Fläche ist aus der Nutzung genommen“, sagt Figge. „Dort entsteht der Urwald von übermorgen. Es ist auch ein Forschungsprojekt: Was wird aus dem Wald, wenn der Mensch nicht eingreift?“ Nur die Ränder dieses Waldstücks werden gesichert.

Weniger Niederschlag

Während den meisten Menschen der Klimawandel noch nicht auffällt, bemerkt Figge dies am Wald schon sehr genau. „Der Niederschlag ist weniger geworden, und die Arbeiten aufgrund von Naturkatastrophen haben zugenommen“, erklärt Figge und beklagt mehr Schäden durch Stürme. Zudem gibt es aufgrund zu trockener Sommermonate, wie es 2011 der Fall war, mehr geschwächte Bäume, die leichter vom Borkenkäfer befallen werden. Für Förster wie Figge bedeutet das, dass andere Baumarten gepflanzt werden müssen. „Douglasien benötigen weniger Wasser als zum Beispiel Fichten“, sagt der Revierförster.

Aktuell steht Waldpflege auf dem Programm. „Der Eichenjungbestand muss gepflegt werden, andere Baumarten müssen entnommen werden, denn Eichen benötigen viel Licht“, sagt Figge. Dann muss an Stellen gearbeitet werden, an denen Bäume aufgrund der Gewitter in Juni und Juli abgeknickt sind.

Sicher ist, Thomas Figgewird all diese Aufgaben mit Leidenschaft erfüllen.

Von Claudia Stehr

Quelle: HNA

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