Neue Kinderkrippe der Bottendorfer Kindertagesstätte eingeweiht

Lebens- und Bildungsraum für Kinder

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Burgwald-Bottendorf - Liebe, Solidarität, Geist und Begabungen sollen die neue Kinderkrippe in Bottendorf prägen. Denn Bildung beginne mit der Geburt, sagte Kita-Leiterin Irmgard Ratajczyk. von Frank Seumer

Mit einem Festgottesdienst in der Martinskirche und einem Sommerfest in der evangelischen Kindertagesstätte weihten die Bottendorfer und Willersdorfer die neue Kinderkrippe ein.

„Das ist ein Raum für die ersten Schritte im Leben“, sagte Dekanin Petra Hegmann. Die Kindergartenkinder sangen das Lied „Gott baut ein Haus, das lebt“. Sie trugen viele Wünsche für die neue Kinderkrippe vor: „Die Kinder sollen glücklich sein, schön spielen können, nicht krank werden und viel Freude haben.“ Mit bunten Elementen bauten sie vor dem Altar ein Haus. Pfarrer Konrad Schullerus verglich das Fundament mit der Liebe im Leben. Die Mauern symbolisieren die Solidarität für alle Menschen. Durch die Tür solle der Geist der Besonnenheit, Zuversicht und Gelassenheit einziehen. Das Mobiliar stehe für die Begabungen der Kinder.

Zwei zusätzliche Stellen

In einem Handpuppenspiel „Trini“ und „Tatis“ hatte der Pfarrer mit seiner Frau Petra einen lebendigen Kindergartenbaustein beschrieben, den er an die Kindergartenleiterin Irmgard Ratajczyk übergab. „Ich will auf das Leise hören“, lautete der Titel eines Liedes, das Pfarrer Schullerus mit der Gitarre begleitete. Kindergartenleiterin Irmgard Ratajczyk und Burgwalds Bürgermeister Lothar Koch trugen ein Psalmgebet mit Bewegung vor. Die Orgel spielte Merle Stricker. Die Kollekte war für die Partnerschaftsarbeit des Kirchenkreises bestimmt. Für ihre mehr als 20-jährige Tätigkeit wurden die Erzieherinnen Monika Stühler, Bettina Lerch und Susanne Lüntzel geehrt.

In der Kindertagesstätte am Bachweg nahmen die Gäste, Eltern und Kinder die neuen Räume der Krippe unter die Lupe. Zehn Mädchen und Jungen zwischen ein und zwei Jahren werden ab August von drei Erzieherinnen ganztägig betreut. Zwei Stellen wurden neu geschaffen. Die Kinder können in der Krippe spielen, essen, schlafen und duschen. Die Räume bieten reichlich Platz für Bewegung.

In den Gruppenräumen der Kindertagesstätte gab es gestern viele Bastel- und Mitmachangebote. Besondere Attraktionen waren Schaukelbilder, Gestaltung von Rindenbooten oder Häuserbau. Torwandschießen lag genauso im Trend wie Schatzsuche und Bilderrätsel. Künstlerisch gestaltete alte Holzstühle standen zum Verkauf. Die Eltern sorgten in einer Cafeteria, am Grill oder mit Getränken für das leibliche Wohl der Besucher.

Gingko-Baum von Eltern

Große Geschenke zur Einweihung überreichten die Gäste, allen voran Bürgermeister Lothar Koch mit einem Trecker und Anhänger. „Wir tun viel für Familien“, sagte Koch und verwies auf insgesamt 20 Krippenplätze in Ernsthausen und Bottendorf. Der 225000 Euro teure Anbau sei dank bescheidener Ausstattungswünsche des Kindergartenteams im Kostenrahmen geblieben. Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf bezeichnete die Kinderkrippe als Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Attraktivität der Region.

Der Frankenberger Stadtrat Harald Rudolph sprach sich gegen die Einführung eines Betreuungsgeldes und für mehr Betreuungsplätze aus. Sabina Kolcza vom Verband evangelischer Kindertagesstätten im Diakonischen Werk Kurhessen Waldeck bezeichnete die Krippe als Lebens- und Bildungsraum für die Kleinsten. Sie hofft, dass Kinder die christlichen Grunderfahrungen Liebe, Geborgenheit und Vertrauen im Alltag erleben. Einen Gingko-Baum als Symbol für die Wurzeln, auf denen die Kinder wachsen, überreichten Verena Smith und Sandra Leonbacher vom Elternbeirat. Weitere Grußworte sprachen Pfarrer Konrad Schullerus sowie Keyne Connerth von der Frankenberger Bank.

Kindergartenleiterin Irmgard Ratajczyk zitierte aus der Frankenberger Zeitung von vor 33 Jahren, als der Kindergarten eingeweiht wurde. Damals wurden nur vierjährige Kinder, im Ausnahmefall auch Dreijährige aufgenommen. Seit 2009 gehen Kinder ab zwei Jahren in die vier Gruppen, jetzt kommen sogar Einjährige in die Krippe. „Die Pädagogik hat sich geändert, heute wissen wir, dass die Bildung mit der Geburt beginnt“, sagte Ratajczyk. Sie überreichte Rosen an alle Mitarbeiterinnen der Tagesstätte.

Ihre Stellvertreterin Monika Stühler dankte der engagierten Leiterin für ihren „unermüdlichen Einsatz“. Kirchenvorsteher Horst Plett hatte die Gäste begrüßt.

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