Neues Angebot für Senioren

Lebenshilfe baut Frankenauer Hof zum Service-Wohnheim um

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Frankenauer Hof: Die Lebenshilfe schafft in dem Gebäudekomplex zehn Appartements für Senioren. 

Ein neues Wohnangebot für Senioren schafft die Lebenshilfe in Frankenau: Der bislang als Tagungsstätte und Pension betriebene Frankenauer Hof wird zu einem inklusiven Service-Wohnheim für ältere Menschen umgebaut.

Frankenau – Wenn alles nach Plan verläuft, können die ersten Appartements im Jahr 2021 bezogen werden.

Die nötigen Investitionen schätzt Vorstandsvorsitzender Christoph Hille auf 800 000 bis 900 000 Euro. Wie bereits berichtet, wird der Frankenauer Hof in der jetzigen Form Mitte November geschlossen.

„Wir wollen das nächste Jahr zum Bauen nutzen“, kündigte Vorstandsmitglied Theo Brömmelhaus an, als er die Pläne jetzt der Öffentlichkeit vorstellte.

In dem vorhandenen Gebäude sollen zehn individuell zugeschnittene Appartements entstehen. „Das kleinste wird 32 Quadratmeter groß, es wird aber auch größere, bis zu 73 Quadratmeter, für Ehepaare geben“, sagte Hille. Alles werde behindertengerecht gebaut.

Den Mietpreis (kalt) gab Brömmelhaus mit sechs bis 6,50 Euro pro Quadratmeter an, inklusive Hausstrom und Kaltwasser. „Dazu kommt eine Servicepauschale, deren Höhe davon abhängt, was die Bewohner wollen“, erläuterte Brömmelhaus. Einen Grundbetrag hierzu müsse allerdings jeder zahlen. Anders als in großen Seniorenheimen werde kein Personal vorgehalten. „Wir wollen hier Abruf und Dienstleistung in Einklang bringen“, betonte Brömmelhaus.

„Man geht hier in eine Wohnung, schließt ab und ist der ‘Burgherr‘. Man kann sagen: Das will ich und das will ich nicht“, beschrieb er das Konzept. „Hier mieten sich Menschen ein und nehmen das in Anspruch, was sie brauchen.“ Dabei müssten aber nicht Dienstleistungen der Lebenshilfe in Anspruch genommen werden. „Wenn der Nachbar kommt, ist das auch in Ordnung“, so das Vorstandsmitglied. Man könne beispielsweise auch frei wählen, welchen Pflegedienst man bestellen wolle. „Die Idee ist, dass man hier Hilfe schrittweise erweitern kann“, ergänzte Hille.

Jeder Wohnung werde ein Kellerraum zugeteilt. „Unten werden zudem Räume für externe Dienstleister, wie Fußpflege, Friseur oder Physiotherapie vorgehalten“, stellte Brömmelhaus in Aussicht.

Komplettiert wird das Angebot mit einem Gemeinschaftsraum und einer Gemeinschaftsküche. „Da kann man auch mal zusammen kochen“, so Brömmelhaus.

An der vorhandenen Gebäudegöße werde sich nichts ändern, sagte Hille. „Die Dächer nach Norden und Süden bekommen lediglich zusätzliche Erker.“

„Wir sind überzeugt, dass das der richtige Weg ist, um den Standort hier erhalten zu können“, sagte Christoph Hille im Hinblick auf die geplante Umstrukturierung des Frankenauer Hofs.

„Es gibt zwar Gruppen, die sehr gerne im Frankenauer Hof übernachtet haben und das Haus sehr gelobt haben. Aber es sind einfach zu wenig“, ergänzte Theo Brömmelhaus. Deshalb müsse der Betrieb aus wirtschaftlichen Gründen umgewidmet werden. Neben dem finanziellen Aspekt habe die Lebenshilfe auch eine Verantwortung für die Mitarbeiter, die bislang im Hessischen Hof beschäftigt werden, gab er zu bedenken. „Die Arbeitsplätze für zehn Menschen mit Beeinträchtigungen können wir auf Dauer nur garantieren, wenn das Haus ausgelastet ist.“ „Es verliert keiner seinen Arbeitsplatz“, betonte Christoph Hille. „Alle bekommen einen neuen Job.“ Das sei bereits mit den Betroffenen einvernehmlich geregelt worden. Das gelte auch für die Mitarbeiter mit Beeinträchtigung. „Auch für uns war das ein schwieriger Entscheidungsprozess“, so Hille weiter.

Mit dem Service-Wohnheim wolle die Lebenshilfe jetzt auch endlich ihr langjähriges Versprechen gegenüber der Stadt Frankenau einlösen, ein Angebot für Senioren zu schaffen, sagte Hille. Zur Erinnerung: Bereits 2014 hatte es Pläne seitens der Lebenshilfe gegeben, auf dem Areal der abgebrannten Helgelandhalle ein Seniorenwohnheim zu errichten. Es sollte die inzwischen in der Nachbarschaft in Betrieb gegangene Tagespflegeeinrichtung und das Wohngruppenhaus ergänzen. „Wir sehen das neue Angebot immer noch als ein Gebilde des ursprünglich geplanten Dreiklangs“, sagte Theo Brömmelhaus.

Zudem wolle man in Gemeinschaft mit Kooperationspartnern wie zum Beispiel Treffpunkt oder DRK-Pflegedienst die Angebote weiterentwickeln.

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