Frankenauer Parlament entscheidet sich für einen Träger:

Lebenshilfe bekommt den Zuschlag

+

Frankenau - Christian Peter, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes, stand nach der Abstimmung auf, hob grüßend eine Hand in Richtung Magistrat und verließ das Dorfgemeinschaftshaus in Dainrode. Zum zweiten Mal nach 2009 hat das Parlament beim Thema Seniorenbetreuung für seinen Konkurrenten votiert.

Die Stadt wird in Wiesbaden die Pläne des Lebenshilfe-Werks für ein Seniorenheim in Frankenau unterstützen. Am Helgeland, wo früher die Stadthalle stand, sollen 36 Betreuungsplätze für Senioren entstehen. Vom leichten bis hin zum intensiven Betreuungsangebot soll die gesamte Bandbreite abgedeckt werden. Vor allem aber will die Lebenshilfe in Frankenau stationäre, teilstationäre und ambulante Angebote für Menschen mit und ohne Behinderung schaffen und miteinander verzahnen.

Das Abstimmungsergebnis nach verhältnismäßig kurzer Debatte war deutlich: Zehn Stimmen entfielen auf das Projekt der Lebenshilfe, fünf auf die Pläne des Roten Kreuzes.

Während sich der Haupt- und Finanzausschuss und der Bauausschuss für die Lebenshilfe ausgesprochen hatten und der Ortsbeirat für das DRK-Projekt votiert hatte, verzichtete der Magistrat darauf, eine Empfehlung für einen der Anbieter abzugeben. „Der Magistrat schätzt beide Träger sehr und wird als Exekutive mit dem Träger, der den Zuschlag erhält, partnerschaftlich zusammenarbeiten und gemeinsam in Wiesbaden um Fördergelder werben“, hatte Bürgermeister Björn Brede vor der Abstimmung begründet. Die Situation, gleich zwei Bewerber um ein Seniorenheim zu haben, bezeichnete er als „Luxusproblem“. Zudem verwies er auf bereits bestehende Zusammenarbeit mit beiden Trägern.

Deutliche Kritik gab es an der zeitlichen Planung der Sitzungen: Rainer Lange (Freie Bürger) kritisierte, dass die Entscheidung des Ortsbeirates nicht besser eingebracht werden konnte, weil sie erst am Abend zuvor gefallen war. Ortsvorsteher Alexander Kaufmann (Piraten) begründete das damit, dass die Ortsbeiratsmitglieder erst am Montag bei der Vorstellung der Projekte hätten kennenlernen können, worüber sie abstimmen sollten. Das wiederum kommentierte Bürgermeister Brede: Kaufmann hätte schon vor Wochen die Möglichkeit gehabt, beide Chefs in den Ortsbeirat einzuladen.

(Von Andrea Pauly)

Ausführliche Berichte über die Entscheidung, die Debatte und die Beratungen im Ortsbeirat und im Parlament lesen Sie in der Frankenberger Zeitung am Donnerstag und am Freitag.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare