Nach Schließung des Seniorenheims Wesemühle:

Lebenshilfe-Werk und Rotes Kreuz wollen bauen

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Im Jahr 2011 stellten Theo Brömmelhaus von der Lebenshilfe (l.) und Bürgermeister Björn Brede die Pläne für das Seniorenwohnprojekt in Frankenau vor. Mittlerweile steht ein Neubau, der Umbau der alten Hauptschule (im Bild) soll nächstes Jahr erfolgen. Ein zusätzliches Seniorenheim war von Anfang an Teil der Planungen – nun will auch das Rote Kreuz eines bauen. Archivfoto: Andrea Pauly

Frankenau - as Lebenshilfe-Werk Waldeck-Frankenberg nimmt die Schließung des Alten- und Pflegeheims Wesemühle in Frankenau zum Anlass, ihr geplantes Seniorenwohnheim in der Schulstraße so schnell wie möglich anzugehen. Das teilte Geschäftsführer Dr. Wolfgang Werner mit. Und auch das Deutsche Rote Kreuz hat Interesse an einem Seniorenheim in Frankenau.

In den nächsten Wochen sollen beide Institutionen dem Magistrat ihre Konzepte vorlegen. Die Lebenshilfe ist in Frankenau bereits vertreten: Sie betreibt dort den „Frankenauer Hof“ und baut aktuell auf dem 5000 Quadratmeter großen Gelände der ehemaligen Grundschule einen Wohn- und Pflegekomplex für Senioren mit und ohne Behinderung. Ein Wohngruppengebäude mit fünf Plätzen für Senioren mit Behinderung ist fertiggestellt, die Erstbelegung soll laut Lebenshilfe demnächst erfolgen.

Als zweiter Bauabschnitt ist der Umbau des alten Schulgebäudes geplant. Dort entsteht laut Planung ab 2015 eine Tagespflege mit 18 Plätzen. Das hessische Ministerium für Soziales und Integration hat der Lebenshilfe im Juli mitgeteilt, dass das Projekt im Investitionsprogramm berücksichtigt ist. Ein Wohn- und Pflegeheim für 36 ältere Menschen mit und ohne Behinderungen ist der dritte und letzte Bauabschnitt.

Und diesen will die Lebenshilfe nun schnell angehen. Grund dafür ist die bevorstehende Schließung des Alten- und Pflegeheims Wesemühle. Die Lebenshilfe war einer der Interessenten, die eine Übernahme des insolventen Pflegeheims im Wesetal geprüft haben. Doch alle potenziellen Träger für das Pflegeheim hatten abgesagt, weil der finanzielle Aufwand zu hoch gewesen wäre (wir berichteten). „Eine Übernahme dieser Einrichtung durch uns ist aus wirtschaftlichen und baulichen Gründen nicht vertretbar“, betont Werner. Aber: „Aufgrund der Schließung der Wesemühle sind wir bereit, den dritten Bauabschnitt auf dem Gelände umgehend anzugehen, um die Versorgung für die Region Frankenau im Seniorenbereich sicherzustellen“.

Das Projekt sei über die Stadt bereits beim Sozialministerium angemeldet. Wann der Baubeginn für das Projekt ist, könne er nicht abschätzen – voraussichtlich aber nicht vor nächstem Jahr. „Wir wären sofort bereit, sobald die Bewilligung da ist.“ Die Bauzeit würde sich auf etwa ein Jahr belaufen. Pro geförderten Platz werden vom Ministerium 88.000 Euro zugrunde gelegt. „Bei 36 Plätzen rechnen wir mit rund 3,2 Millionen Euro Baukosten“, erläuterte Werner auf Nachfrage der FZ.

Das Lebenshilfe-Werk ist aber nicht der einzige Interessent für den Standort Frankenau: Auch das DRK hat Interesse am Bau eines Seniorenheims am Rande des Nationalparks bekundet. „Wir freuen uns sehr, dass wir von zwei kompetenten Organisationen Anfragen für einen Bau erwarten können“, kommentierte Bürgermeister Björn Brede. Von beiden Trägern liegen der Stadt bereits Anmeldungen vor. In den nächsten Wochen werde sich der Magistrat die Konzepte von DRK und Lebenshilfe genauer vorstellen lassen. Grundsätzlich befürworte das Gremium beide Projekte, sagt Brede. Welches Konzept zu favorisieren ist und ob sogar zwei Bauprojekte parallel möglich wären, soll im nächsten Schritt mit dem Landkreis ermittelt werden.

Die Interessensbekundungen der beiden Träger waren bereits Thema in der Sitzung des Gremiums am Montag. „Der Magistrat ist hocherfreut, dass beide Organisationen Ersatz für die Wesemühle herbeiführen möchten. Das spricht für den Standort Frankenau“, sagte Brede. Werner hofft derweil, dass die Pläne der Lebenshilfe auf Zustimmung auf allen Ebenen stoßen, „da es für das Ministerium nicht neu ist, sondern im Prinzip der drittel Teil eines Gesamtkonzepts, den wir vorziehen“, sagt Geschäftsführer Werner. Ein weiterer Träger, ein weiteres Seniorenheim hätten für die Lebenshilfe keine Auswirkungen, betont er: „Wir gehen davon aus, dass unser Projekt vorrangig realisiert wird.“

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