Gemündener Feuerwehr möchte ein „Helfer vor Ort“-System einrichten

Lebensretter aus der Nachbarschaft

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- Gemünden (gl). Bis zu zehn Minuten dauert es, bis der in Haina stationierte Rettungswagen im Notfall in Gemünden ist. Minuten, die zwischen Leben und Tod entscheiden können. Die Feuerwehr der Wohrastadt möchte daher ein „Helfer vor Ort“-System einrichten

Drei Minuten, länger braucht es nicht, bis das menschliche Gehirn Schaden nimmt, wenn seine Versorgung mit Sauerstoff unterbrochen ist. Gerade im ländlichen Raum dauert es aber oftmals länger, bis Rettungsassistenten und Notarzt nach ihrer Alarmierung eintreffen und helfen können. Wer in dieser Zeit alleine ist oder einen überforderten Angehörigen an seiner Seite hat, für den kann die Anfahrt des Rettungswagen zu lang sein, selbst wenn sie – etwa in Gemünden – problemlos den gesetzlichen Anforderungen entspricht.

Die Kameraden der Gemündener Feuerwehr wollen die Zeit bis zur ersten Hilfe noch deutlich verkürzen. Sie planen die Einrichtung eines sogenannten „Helfer vor Ort“-Systems. Hintergrund ist ein Erlass des hessischen Sozialministeriums aus dem Jahr 2010. Darin werden so genannte „First Responder“ empfohlen, die sich in Notfällen um Erste Hilfe oder Betreuung kümmern, bis die „echten Profis“ eintreffen.

Gemündens Stadtbrandinspektor Wilfried Golde betont, dass sich diese Initiative nicht gegen den Rettungsdienst richte, sondern dazu gedacht sei, die Zeitspanne zwischen der Alarmierung und dem Eintreffen der Einsatzkräfte zu überbrücken. Ähnliche Systeme gibt es nach Goldes Angaben bereits in Diemelsee, in Fürstenberg/Buchenberg sowie in Gilserberg und Stadtallendorf. Besonders bei den Gilserberger Kollegen, Nachbarn der Gemündener, haben sich Golde und Thomas Weber, Wehrführer der Kernstadtwehr, über ihr System informiert – und es für gut befunden.„So etwas wird bei uns bestenfalls in einem Jahr einsatzbereit sein“, gibt Weber bereitwillig zu.

Heute Abend (10.2.) findet um 19.30 Uhr im Bürgerhaus eine Veranstaltung zu diesem Thema statt.

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