Gudensberger in Frankenberg wegen gewerblichen Betrugs zu Haft auf Bewährung verurteilt

Leichtgläubigkeit des Opfers kalkuliert ausgenutzt

Frankenberg - Gutgläubigkeit, Naivität und Unsicherheit – diese Kombination wurde einem jungen Allendorfer zum Verhängnis: Er fiel auf einen Gudensberger hinein, der sich von 2009 bis 2011 knapp 10.000 Euro von ihm "auslieh".

Der junge Allendorfer fiel auf die Masche des 26-jährigen Gudensbergers hinein, der ihm immer wieder andere Geschichten aufgetischt hatte, warum er Geld brauchte: mal war es eine Reparatur am Auto, mal eine Tankfüllung.

Der um ein Jahr jüngere Allendorfer glaubte sogar, dass er erst Geld bezahlen müsse, damit der Gudensberger wiederum welches erhalten konnte, um seine Schulden zu begleichen – was dieser aber niemals tat. Auch seine Kontoauszüge zeigte er dem Älteren. Dieser war mehrfach an den Arbeitsstellen des jungen Mannes erschienen, um sich von ihm Geld abzuholen.

Die Staatsanwaltschaft hatte insgesamt 27 Fälle aufgelistet, in denen der Allendorfer zwischen 150 und knapp 600 Euro an den Gudensberger auszahlte – laut Anklageschrift ein Gesamtbetrag in Höhe von 9210Euro. Der Angeklagte leugnete nicht, dass er Geld von dem Allendorfer erhalten habe. Er räumte auch ein, dass er dieses zum Verspielen an Spieleautomaten und für Konsumgüter genutzt hatte. Er sprach jedoch von maximal 3500 Euro. Zudem habe er immer vorgehabt, das Geld zurückzuzahlen, betonte er.

Warum der Allendorfer und auch der Kasseler sich über Jahre hinweg von dem Gudensberger finanziell schröpfen ließ, zeigte sich in der vierstündigen Verhandlung: Der Angeklagte ließ einen Wortschwall auf den anderen folgen, zeigte sich redegewandt und bemüht, die Anwesenden von sich zu überzeugen. Das beeindruckte den Staatsanwalt jedoch nicht im Geringsten: „Die Leute zuzutexten“ habe bei dem Opfer funktioniert, „aber hier nicht“.

Richterin Andrea Hülshorst sowie der Staatsanwalt sahen den Tatbestand des versuchten gewerbsmäßigen Betrugs erfüllt. Hülshorst verurteilte den 26-Jährigen zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Die Bewährungszeit dauert drei Jahre; in dieser Zeit muss der Gudensberger jeden Monat 30 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten. Sobald er wieder einen Arbeitsplatz hat, muss er monatlich 200 Euro Schadenswiedergutmachung an sein Opfer bezahlen. (apa)

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